pool-chefredakteur helmut wolf

interview mit dem magazin "kodex"


kodex: was war die idee zur gründung von pool?
helmut wolf: ich wollte gerne etwas machen, was ich selbst gerne lesen würde. durch meine frühere tätigkeit bei einer modefachzeitung holte ich mir das know-how, wollte dann aber gerne selbst etwas modernes und beständiges gründen. ein magazin mit bleibenden inhalten, denn auf die frage, wo der trend liegt, folgt meist gleich die frage, was als nächstes kommt. ich wollte themen finden, die moden überdauern, keine charts, und so den produkten mehr wertigkeit verleihen, in einer schnellebigen zeit.

kodex: was verfolgt ihr damit, was wollt ihr erreichen?
helmut wolf: wir möchten anregungen geben, aufforderungen, sich wieder zeit zu nehmen für besondere ideen und dinge, die hinter den produkten und unternehmen liegen. wir wollen die menschen, die dahinter stehen, hervorheben. wer sie sind, was sie machen und für wen sie es machen.

kodex: welche inhalte sind euch wichtig, welche zielgruppe?
helmut wolf: alles was mit lebensgefühl und ästhetik zu tun hat und im schwerpunktbereich mode, musik, kunst und urbanes lebensgefühl liegt. also alle leute, die daran interessiert sind. da wir ein free-magazin sind, ist es sicher, dass die gesamte auflage unter die leute kommt und gelesen wird.

kodex: ihr blickt verstärkt in den osten, warum?
helmut wolf: der osten ist ein großes unbekanntes kulturelles gebiet für uns in westeuropa. wir wollen gemeinsamkeiten entdecken. wir kennen viel aus italien, spanien, frankreich u.a., aber kaum etwas aus dem osten. das möchten wir vorstellen. polnische dj's oder designer aus sarajevo können ganz schön spannend sein. da wir jetzt auch zweisprachig erscheinen, fällt eine weitere barriere.

kodex: wie funktioniert euer wirtschaftliches konzept?
helmut wolf: wir kooperieren mit partnern und unternehmen aus der mode- und lifestyle-branche, die wir als mitbestandteil unseres unternehmens sehen. wir binden sie mit ein, dadurch schaffen wir einen modernen rahmen unter jungen künstlern und designern.

kodex: welches networking habt ihr?
helmut wolf: pool wird über exklusive modeshops, musikshops, kunstlocations, designhotels und beauty spas vertrieben. das magazin lebt vom ort, an dem es aufliegt. wir verstehen uns als internationales, zweisprachiges magazin, die zielgruppen werden im passenden umfeld besser erreicht. die orte an denen pool aufliegt, sollen dementsprechendes lebensgefühl vermitteln, mit viel ruhe, zeit zu lesen und coolem ambiente. der weg ist das ziel, nur übers reden kommen wir zusammen! unser wichtigster network-partner ist aber die bread & butter berlin. mit deren gründern fühlen wir uns sehr verbunden, sie haben mit dieser veranstaltung eine seelenverwandte bewegung geschaffen. auch sie waren anfangs sehr unkonventionell und bringen immer noch freude am arbeiten mit.

kodex: an wen richtet sich das magazin?
helmut wolf: an uns selbst und an alle leser! der verkauf am kiosk bringt ja den meisten kommerziellen magazinen nichts ein. unter freemagazin verstehen wir, dass auch leute ohne geld erreicht werden, nicht nur das übliche heer an stylisten und fotografen. bei einem freemagazin kommt die gesamte auflage unter das volk und bringt eine drei mal so hohe reichweite mit sich. unsere kunden stimmen bereits die layouts und sujets ihrer inserate auf unser magazin ab.

kodex: liegt die zukunft im freemagazin?
helmut wolf: pool ist das erste hochwertige freemagazin in europa! die bewertung berücksichtigte dabei papier, druckqualität und natürlich den inhalt. der gedanke eines freemagazins ist dabei sehr wichtig, da wir damit den verkaufsgedanken widerlegen. wir leben von unseren partnern und geben ihnen und allen lesern dafür beständige anregungen für produkte, die hochwertiger sind. wir versuchen, ihnen die philosophie näher zu bringen, lieber einmal mehr geld für ein besseres beständigeres produkt auszugeben und weg von den vielen kleinen billigprodukten zu kommen.

kodex: ist es schwer partner zu finden, die das verstehen?
helmut wolf: ich hatte zum glück noch von früher partner aus der modebranche und habe sie jetzt auch in anderen lifestyle-produktherstellern gefunden. mode ist aber weiterhin die wichtigste säule und bestandteil des gesamten lifestyles.

das interview führte florentina welley
www.kodexonline.com