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finding enlightenment

das einmal jährlich stattfindende festival „burning man“ in der wüste des us-staates nevada ist nur schwer in worte zu fassen. es ist ein ort, ein ereignis der dekadenz, der zuflucht, der wahrheit, der erleuchtung, der kunst, der freude – und die mutter aller parties. es ist ein chamäleon, spiegelt in jedem moment die empfindungen des erlebens jedes einzelnen wieder. man nimmt teil, weil man selbst teil davon wird.

geboren wurde die idee des burning man von einem gewissen larry harvey, der im jahre 1986 anlässlich der sonnwendfeier am baker beach in san francisco eine hölzerne figur verbrannte. ein akt „kreativer befreiung“, welcher sich in den folgejahren immer größerer beliebtheit erfreute. neben behördlichen auflagen war es mangelnder platz, das larry harvey und sein team schließlich dazu bewog, den „brennenden mann“ in die wüste nevadas zu schicken. seit einigen jahren werden in der black rock desert-wüste verschiedene lebensthemen zelebriert und reflektiert. mit dabei mittlerweile rund 50.000 „burner“. einmal im jahr im august entsteht so eine temporäre wüstenstadt mit straßen, zelten und wohnwägen - und über dem bunten treiben, welches sich in vielen kunstwerken und (selbst-)darstellungen äußert, wacht ein riesengroßer mann über das bunte treiben.

bis der „mann“ schließlich am sechsten tag lichterloh verbrennt, müssen sich die einwohner selbst mit wasser und nahrung versorgen. bemerkenswert ist auch der respekt der „burners“ der imaginären stadt gegenüber: trotz fehlens jeglicher mülleimer, sind dosen oder zigarettenstummel auf der so genannten playa nur selten zu sehen. es ist eben kein festival, wie man es sonst kennt ...

photos & text: sandra pfeifer

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