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de garten
wahrnehmungsverschiebungen, grenzbereiche zwischen vertraut und fremd, erinnerung und illusion, realität und fiktion sind die themen in yukara shimizus arbeiten. wie real ist die realität, wie vertraut das vertraute. mit dem mysterium hinter dem vertrauten spielt auch die fotoserie „garten“. das dramatisch inszenierte licht lenkt das auge des betrachters auf die, bis ins kleinste detail sichtbaren oberflächen, wie blätter, blüten und tau, um dann den blick allmählich in die bereiche nachtschwarzer dunkelheit zu führen, wo das erkennen einer dunklen ahnung weicht. dieser magische sog in die tiefen des bildgrundes verwandelt die alltäglichkeit des gartens in ein unheimliches mysterium. gefühle und eindrücke werden wachgerufen, die immer wieder vom bekannten ins unbekannte fast bedrohliche kippen. das sichtbare auf den fotos impliziert das unsichtbare, das sichere das unsichere, die wie in farbe erstarrte wirklichkeit kündet von einer fast schmerzhaft anmutenden schönheit und einsamkeit, zieht den betrachter magisch in die unergründlichen tiefen seiner hoffnungen und ängste.
yukara shimizu, aus 9er serie, garten #6, 2002, c-print hinter acrylglas, dibond, gerahmt, 110 x 130 cm, ed.6
© yukara shimizu. courtesy galerie mosel und tschechow, münchen, nikolai tschernow contemporary fine arts, frankfurt am main

text: a.c.
pool journal