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buntes mali
körbe werden auf köpfe gehievt, kochtöpfe klappern, überall stehen säcke mit tomaten und zwiebel herum, es wird begrüßt, verabschiedet, gehandelt, gefeilscht, rege geplaudert. wer die tagesreise mit dem fährschiff vom tropischen süden malis in die savanne des nordens unternimmt, taucht gleich voll ein in das bunte und lebendige treiben afrikas. das anlegen und aussteigen der familien auf den vielen ankerpunkten des nigers richtung norden gleicht den chaotischen, afrikanischen märkten des landes. bolgatonga, po, yako, mopti - in den hafenstädten schlägt das herz, die lebensadern des landes. diese werden bevölkert von fliegenden getränkeverkäufern, bauern, händlern und marktfrauen mit farbschillernden kopftüchern. an den straßenecken sitzen männer, plaudern und trinken mit genuss den starken, süßen minzetee. man hört gesprächsfetzen, gelächter schallt zwischen den lehmbauten im arabisch-sudanesischen stil. die atmosphäre erinnert eher an 1001 nacht als an schwarzafrika. die abende lassen die kulissen und landschaften in goldrosa erscheinen. der niger reflektiert die letzten sonnenstrahlen. und die menschen: sehr freundlich, sehr tolerant und sehr offen gegenüber fremden. ein islam zum wohlfühlen ...
fotos von emilien levy
pool journal