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living space
still ist es hier. nur der wind und das rauschen der blätter sind zu hören. dort flattert ein vogel zwischen den ästen, die mit tau bedeckten blätter des farns schimmern, glitzern im sonnenschein. mächtige wurzeln uralter bäume säumen den weg, das helle licht am ende des waldes kündigt eine lichtung an, die den blick frei und grenzenlos macht auf jahrtausend alte berge und erhebungen, die - gleich einer krone - die landschaft umranden. alles scheint harmonisch, aufeinander abgestimmt. jeder hügel, jeder zweig, jeder grashalm und farbton fügen sich in ein gleichförmiges, schier unabänderliches gesamtbild zwischen himmel und erde.
natur. alles ist komplex und doch so simpel. kein mensch könnte so etwas schönes je erschaffen. in der natur finden wir unsere wurzeln, finden all den sinn, als das verständnis für unser tun und sein. hier können wir uns „erden“, neue kraft sammeln. die natur zeigt uns den reichtum der formen, sie zeigt uns kompliziertheit, anpassungsfähigkeit und überlebensstrategien. hier lernen wir, finden und erhalten sinn. „es gibt keine notwendigkeit in der evolution, kein ziel des designs,“ weist entwicklungsbiologe axel meyer auf das naturgegebene zufallsprinzip hin. dennoch ist natur von jeher schöpferisch tätig, bietet eine unendliche vielfalt biologischer konstruktionen. begegnen wir der natur respektvoll und offenherzig, so belohnt sie uns mit hochgefühl, lässt uns teilhaben an ihrem großen wissensschatz. am besten einfach drauf losgehen, sich und die natur entdecken und von der schönheit „berühren“ lassen ...
text & photos: helmut wolf
pool journal