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empty pool
an der westküste der usa scheint zumeist die sonne. mildes klima dominiert die jahreszeiten und selbst in den wintermonaten weht einem in kalifornien die sanfte brise des pazifischen ozeans entgegen. das pool zum abkühlen gehört hier nicht nur in den nobelvillen zur basisausstattung, auch in vielen backyards durchschnittlicher wohnhäuser finden sich schwimmbecken in unterschiedlichsten formen und größen. etliche dieser pools werden schon lange nicht mehr benutzt. das schätzt vor allem die sehr rege skateboard-szene, die den leeren pools mit ihren tricks wieder neues leben einhaucht. viele pools fungieren hier als optimale halfpipe. dem japanischen fotografen taro hirano, selbst passionierter skater und gründer des japanischen skateboard-magazins „sb“, faszinieren diese vergessenen und leeren schwimmbecken. diese mischung aus ehemals „erfrischenden vergnügungsorten“ und nunmehr vergessenen plätzen verbildlichen für hirano generell die guten und schlechten aspekte der amerikanischen lebenskultur: was am vortag noch als schön empfunden wird, ist am nächsten tag schon wieder vergessen – speed kills. was bleibt ist der verblichene glanz einer untergegangen ära.
gemeinsam mit dem kalifornischen „pool-skater“ steve albe hat sich taro hirano auf die suche nach den schönsten leeren pools an der westküste gemacht, um diese fotografisch festzuhalten. albe kennt viele neue alte pools an der westcoast, die er aber nicht von der strasse sondern mit einem kleinen cessna-flugzeug von oben aus erkundet. auf ihrer reise zu den pools begegneten den beiden nicht nur verblichene schwimmbecken sondern ebenso traurige menschen, deren sehnsuchtsvolle träume von einer bitteren wirklichkeit verdrängt wurden. taro hirano: „was übrig bleibt sind die spuren der skateboard-räder, die sich in dieser wunderschönen und traurigen landschaft eingegraben haben.“ leer, aber nicht hoffnungslos ...
pool journal