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finding music
wo liegt eigentlich der nährboden und ursprung der weltumspannenden „dj-culture“? welcher atmosphäre bedarf es, um dieses gefühl urbanen lebens in form elektronischer sounds entstehen zu lassen? die antwort liegt dabei wohl in keiner bestimmten stadt, keinem besonderen land oder einer ausgewählten szene-gruppe. vielmehr definieren sich all die knackenden beats, zirpenden loops und satten bass-lines irgendwo zwischen creative-industry-zellen, relaxten club-locations und dem wunsch, mit positiven musik-grooves die welt ein bisschen zu erhellen. begriffe wie „style, roots & credibility“ gehören zum fundament der dj-culture und stehen für offenheit und progressivität. nirgendwo besser trifft und „verbündet“ man sich mit gleichgesinnten als im rhythmus der musik. nirgendwo intensiver entsteht gemeinsamkeit als im kollektiven mitwippen und abfeiern.
in den letzten jahren sind in diesem zusammenhang eine ganze reihe interessanter plattformen entstanden. zu einer besonders herausragenden institution gehört dabei mit sicherheit die „red bull music academy“. seit 1998 treffen hier jährlich renommierte dj’s, musiker und produzenten auf selektierte nachwuchstalente aus aller welt. jedes jahr schlägt die „academy“ ihre musikalischen zelte in einer anderen stadt auf: berlin, dublin, kapstadt, new york, london, sao paulo, rom und zuletzt „grunge-town“ seattle in den usa bildeten dabei den atmosphärischen hintergrund der elektronischen akademie. in diversen „hard- und software-labors“ entstehen „jam-sessions“ und grenzenlose diskurse, treffen unterschiedliche musikausrichtungen aufeinander, entstehen neue verschmelzungen und tracks. techno, dub, house treiben hier ebenso ihre blüten wie hip hop, reggae oder northern soul. in betont entspannter atmosphäre erörtern und erarbeiten die künstler alle aspekte der music-culture, von der musikhistorie bis zur technologie, von der kreation bis zur produktion. in weiterer folge finden in den entsprechenden clubs der stadt live-performances der academy-artists statt. dass die lokalen kultur-szenen der veranstaltungsstädte ein grundsätzliches anliegen der veranstalter sind, zeigt sich daran, dass aus den temporären standorten der academy in den städten nicht selten fixe club-locations entwachsen sind. global sounds, local grounds.
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