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don`t look now
die weiche feuchtigkeit der luft, die vorher beim spazierengehen so angenehm war, hatte sich in regen verwandelt. (...) das ist es, dachte er, was die einwohner in venedig gewöhnlich sehen. so sieht das leben hier wirklich aus. leere straßen am abend und die dumpfe regungslosigkeit eines stehenden kanals unter den geschlossenen fensterläden der häuser. alles andere ist nur fassade, auf wirkung angelegt, ein glitzern in der sonne. (...) das wasser glitzerte in der sonne, die häuser strahlten, als das motorboot den canale grande hinauffuhr. sonnenbebrillte touristen gingen auf der schnell entschwindenden mole auf und ab. es gab so viele eindrücke aufzunehmen und zu bewahren: die vertrauten, geliebten fassaden, balkone, fenster; das leise plätschern des wassers an den kellerstufen verfallener paläste.
zitate aus dem buch „wenn die gondeln trauer tragen“ (original-titel: „don’t look now“) von daphne du maurier, im jahr 1973 verfilmt von regisseur nicolas roeg. photos/polaroid sx-70 land camera & analog-imaging: christof wagner
pool journal