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impuls im bild
welches gefühl lässt ein kunstwerk entstehen und warum eigentlich? inwieweit überträgt und beeinflusst ein foto, eine zeichnung, ein graffiti eines künstlers den betrachter? kann bildnerische kunst unbeeinflusst „aus dem bauch heraus“ entwickelt werden? wie lange hält das natürliche feeling des individuums an? die enge beziehung zwischen mensch und kunst im allgemeinen war der französischen mode-designerin agnès b. schon von jeher triebfeder in ihrer schöpferischen arbeit. geäußert hat sich dies sowohl in ihren oft kunstorientierten modekollektionen als auch in der permanenten suche, dem aufspüren weiterer, bildnerischer ausdrucksformen menschlichen befindens. in den letzten 20 jahren hat sich daraus eine große ansammlung zeitgenössischer fotografien, zeichnungen und gemälden entwickelt, die die 60-jährige leidenschaftliche sammlerin nun erstmals in einer großen ausstellung im museum „les abattoirs“ in der französischen stadt toulouse zeigt. noch bis mitte juni dieses jahres sind unter dem titel la collection d’art contemporain d’agnès b. eine bandbreite originaler skulpturen, bilder, musiksounds, videos und filme zu sehen. dieses spektrum könnte auch als statement für vielfalt und verständnisvolle einigkeit interpretiert werden. bei den kunstwerken trifft man auf eine reihe klingender namen wie man ray, jean-michel basquiat, andy warhol oder futura. keine klar konzipierte oder ausgerichtete ansammlung bestimmter kunstwerke oder –ausrichtungen möchte die kunstspezialistin hier zeigen, sondern vielmehr eine auswahl unterschiedlicher denk-, lebens- und darstellungsweisen. der mensch, sein soziografischer und kultureller hintergrund und die möglichkeit für jeden, seinen inspirationen und gedanken nachzugehen und sie in irgendeiner form zu visualisieren und darzustellen.
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