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de manifest
tausende kilometer voneinander entfernt und dennoch ganz eng miteinander verbunden. der eine, künstler in den usa, der andere, in australien. in zeiten global angelegter strukturen gibt es nur mehr scheinbare grenzen und entfernungen. gerade bei kreativen arbeiten und prozessen wird dies immer deutlicher sichtbar. gegenseitige inspiration ist heute über den gesamten globus hinweg möglich, ohne dass ausdruckskraft und harmonische leichtigkeit verloren gehen müssen. michael spoljaric und stephen johnston haben dies mit ihrem sanft anmutenden design- und grafikbuch „demanifest“ eindrucksvoll bewiesen. gemeinsam haben es die beiden künstler geschafft, ein poetisch-subtiles werk zu kreieren, ohne örtliche zusammenkunft. einzig die verbindung mit internet und e-mail war voraussetzung, um den gedanklichen austausch zwischen den beiden kreativen herzustellen. zur zeit der entstehung des im berliner verlag „die gestalten“ erschienen buches, befand sich spoljaric in new york, johnston im australischen sydney. dabei kamen auch durchaus aufwendige themen, stilmittel und anwendungstechniken zum einsatz: filigrane leinwandtechniken, zweifarb-poster, plattencover, graffitis, siebdrucke, japanische darstellungen, motive in 3-d oder surreal verfälschte fotografien bilden das beeindruckend anregende repertoire verschiedenster grafik- und design-ideen. so grenzenlos die motive zustande kamen, so unaufdringlich und angenehm bleibt das gefühl des betrachters. ein manifest für das ereignisreiche spannungsfeld zwischen grafik und kunst.
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