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scents of the city
jede stadt, jedes land hat ihre ganz persönlichen zeichen und symbole. hinzu kommt der geruch, die schriften, die orientierungshinweise und -hilfen. alles zusammen wird zu unserem begriff „stadt“. dass in all diesen städten unterschiedliche, visuelle sprachen vorherrschen, wird oft erst am zweiten blick erkennbar. scheinbar völlig banale ecken, winkel und formen sind jene „sprechenden zeichen“, die oft ganz typisch für die eigenschaften der einwohner einer stadt sind. städtische zeichen definieren das charakteristikum einer urbanen umgebung: der verspielte zaun im park, die drohende abgrenzung zum gepflegten innenhof, das blumenkistchen, welches verzweifelt gegen den vielen beton ankämpft usw. zuhause sind uns diese zeichen und symbole sehr vertraut, begegnen uns jeden tag am weg in die arbeit, beim einkauf oder beim spaziergang. sie vermitteln geborgenheit und das gefühl zuhause zu sein. wie unterschiedlich sich diese „urban visuals“ darstellen, wird uns eigentlich erst bei der reise in andere städte und länder bewusst. gerade wenn es darum geht sich zu orientieren und sich in einer neuen umgebung zu bewegen, sieht man nicht nur sondern „fühlt“ auch die mentalen unterschiede der visuellen darstellungen. fragen wie „wo ist die nächste toilette?, wo das nächste restaurant, wo der nächste park, die nächste einkaufsstraße“, führen zur direkten begegnung, zur konfrontation mit der jeweiligen stadt, ohne mit den menschen zu sprechen. immer und überall geht es dabei um kommunikation zwischen den menschen und seiner umgebung. mit einer ausgezeichneten ansammlung an visuell unterteilten themen und kapiteln stellt sich zu diesem thema der universelle stadtführer „aroma der stadt“ dar. der im verlag „lars müller publishers“ erschienene bildband - ergebnis einer langjährigen, visuellen sammlerleidenschaft - unternimmt den versuch „banalen“ objekten, zeichen und situationen gerecht zu werden, die letztendlich zum bild der stadt „zwischen den zeilen“ beitragen. ein versuch, der auf jeden fall gelungen ist!
all pictures are taken from the coffee-table book “scents of the city”
pool journal