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schlanker hahn im dreieck
der franzose emile camuset war ein begeisterter sportanhänger anfang des vorigen jahrhunderts. aber auch ein innovator und geschickter unternehmer. bereits 1925 gründete er eine sporttrikotagenfabrik an der seine. camuset kann damit ohne zweifel als vater des wettkampftrikots und in weiterer folge des trainingsanzugs angesehen werden.
es dauerte nicht lange, und auch leute aus paris und england kauften bei ihm trikots ein und ließen die produkte über die landesgrenzen hinaus bekannt werden. in den 30er jahren entwickelte die firma dann neue verfahren im bereich der farb- und rohstoffe und etablierte sich in zusammenarbeit mit großen französischen fußballvereinen als spezialisierter hersteller. 1948 schließlich startete emile camuset mit genügend know-how im rucksack die marke le coq sportif mit dem dazugehörigen logo des hahns im dreieck. um den praktiken des heraustrennens der etiketten etwas entgegen zu setzen, wurde das logo erstmals auf die trikots aufgeflockt. le coq sportif wurde damit zu einem der vorreiter dieser siebdruck-technik.
große bekanntheit hat sich die französische marke schließlich als offizieller trikot-ausstatter der tour de france erarbeitet. radfahrer von 12 internationalen teams schwitzten von nun an in die jersey-trikots und verhalfen der marke zu weltweitem ruhm. parallel dazu etablierte man sich auch als ausstatter des afrikanischen fußballs und zählte rund 80 % der afrika-nationalteams als partner. 1960 fand sich das motiv auch zwischen den olympischen ringen in rom. doch der fußball blieb das fundament der marke, und 1966 durfte man zur weltmeisterschaft in england das französische nationalteam ausstatten. es war dies auch das jahr des starts der zusammenarbeit mit adidas, was ab dem jahr 1974 in der übernahme des deutschen konzerns mündete. die darauffolgenden jahre des abgelaufenen jahrhunderts waren dann trotzdem nicht nur von erfolg geprägt.
seit rund vier jahren geht es mit der sportmarke nun aber wieder steil aufwärts. nach dem management durch adidas und später durch die us-firma „brown shoe company“ wurde die marke im jahre 1999 von einer gruppe französischer unternehmer aufgekauft und mit einer komplett neuen entwicklungsstruktur relaunched. mit erfolg wie sich heraus stellen sollte. unter behutsamer bedachtnahme der eigenen historie wurden verschiedene vintage-modelle aus den 60er-jahren wieder aufgelegt und mit zeitgemäßen features ausgestattet. modelle wie der legendäre „wendon“-sportschuh schlugen bei den retro-puristen voll ein und konnten sich mittels witziger farben und muster auch kommerziell am markt behaupten. die klare trennung in eine sport-linie mit fußball, running und tennis und der wiederbelebten vintage-kollektion tat ihr übriges. der sportive hahn kräht jedenfalls wieder laut und erfreut sich bester gesundheit.
helmut wolf
pool journal