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fred's lorbeeren
nicht viele sportmarken können von sich aus behaupten, in ihrer jahrzehntelangen historie nie ihren stilpfad verlassen zu haben. das britische label fred perry kann es. mit einer 50-jährigen, konsequent ausgerichteten markenphilosophie erfreut man sich heute weltweit vieler treuer anhänger und gilt seit jeher als symbol für authentische sportswear.
vieles wird wieder entdeckt, mit den retro- und vintage-trends haben die revivals derzeit hochkonjunktur. dann gibt es marken und produkte, die sind immer da. „fred perry“ ist so eine legendäre sportswear-marke, die eigentlich nie von der bildfläche verschwunden war und in szene-zirkeln und bei modefans am leben erhalten wurde. das label mit dem berühmten lorbeerblätter-emblem hat vor kurzem erst ihr 50-jahr-jubiläum gefeiert, was beim auf authentik ausgerichteten teenager ebenso wichtig erscheint wie bei erwachsenen konsumenten, welche wiederum die klare stilaussage mitsamt dem hauch von realer historie schätzen. fred perry-produkte sind heute in erster linie synonym für den typischen brit-style. popmusiker wie norman jay, fat boy slim alias norman cook oder paul weller tragen die schlichten polos und sweater genauso gerne wie vertreter des independent-genres.
mit der aura aus kult und authentik zählte die britische marke auch immer zum modischen statement aktueller jugendbewegungen. seit den 50er-jahren gilt das lorbeer-logo als unverzichtbarer, visueller bestandteil der youth-culture, wie die outfits der mods, punks, new wavers oder den musikfans aus den northern soul-, britpop-, indie- und retrolagern dokumentieren. dass der status der marke schon so lange anhält, kann einerseits durch das von jeher gezielt ausgerichtete product-placement bei zeitgenössischen künstlern und sportlern begründet werden. schon in den anfangszeiten stattete man tennisstars und promis mit shirts aus. andererseits gibt es sicherlich auch einen soziologischen hintergrund, der speziell den erfolg innerhalb so vieler gesellschaftlicher schichten begründet. schließlich hatte das einfache arbeiterkind fred perry aus dem englischen stockport eine beispiellose karriere hingelegt, die von zwei tennis-turniersiegen im elitären wimbledon zeugte bis zu seinem ruf als playboy und stil-ikone in hollywood. also einer, „der es geschafft hatte.“ die soziologische verbindung des dekadenten tennisumfelds von wimbledon zum einfachen „workingclass“-volk stellte auch einen der ersten brückenschläge von der sportmode zur streetfashion dar.
interessant in der firmengeschichte des englischen sportswear-unternehmens ist auch die verbindung zu einem österreicher, namens tibby wegner. der ehemalige fußballer wegner war anfangs nicht nur perrys geschäftspartner, sondern gilt auch als erfinder des überkreuzten lorbeer-logos. anlässlich des 50-jahrjubiläums von fred perry ist vor kurzem auch das aufwendig gestaltete werk „book of icons“ erschienen.
helmut wolf
pool journal