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better for the planet
wie lange die ölreserven wirklich noch anhalten, darüber scheiden sich die geister. sich gedanken über attraktive, umweltfreundlichere alternativen zu machen, ist auf jeden fall nicht verkehrt. ... dachten sich auch die betreiber des elektroauto-projekts better place. was mit einem batterie-ladestationen-netzwerk in israel begonnen hat, soll auch in ländern wie dänemark, australien, japan und kanada seine umsetzung finden – und nicht nur kleine stadtautomobile versorgen.

dass der batterie-ladevorgang der e-autos unkompliziert von statten gehen soll, ist nur eines von vielen kriterien und anforderungen, die better-place gründer shai agassi und sein team beim aufbau des elektro-projektes bedenken mussten. bei der entwicklung eines flächendeckenden netzes von elektrotankstellen und ladesäulen in israel, galt es für die rund 50 ingenieure und spezialisten des unternehmens vor allem eine weit reichende ladestationen-infrastruktur aufzubauen. zudem geht es darum, die dauer des ladevorgangs so gering wie möglich zu gestalten. rund 500.000 „elektro-zapfstellen“ soll es bis zur vollständigen abdeckung in ganz israel geben. geladen wird überall: in parkhäusern, tiefgaragen, an parkplätzen, aber auch in der eigenen garage, vor dem haus oder beim arbeitsplatz. die zapfstellen laden mit starkstrom und werden durch wasser-, wind- oder solarkraft gespeist. der ladevorgang der akkus soll nicht länger als 20 minuten dauern. allerdings halten die akkus (bis jetzt) nur für eine reichweite von 200 kilometern. um nicht plötzlich mit leeren akkus in der landschaft stehen zu bleiben, hat better place auch ein kommunikationsnetz - ähnlich einem satellitennavigationssystem – entwickelt. dabei erfährt der benützer an der bordanzeige im auto, wie weit er noch mit seiner batterieladung kommt bzw. wo sich die nächste ladestation befindet.

das zweite infrastrukturnetz von better place widmet sich dem batteriewechsel. dafür sind rund 100 wechselstationen geplant, zumeist bei tankstellen, raststätten oder einkaufszentren. hierbei besteht die möglichkeit für den elektro-autofahrer leere gegen aufgeladene batterien zu tauschen. auch hier gilt das motto: einfach und schnell soll es gehen. ähnlich wie bei einer waschanlage wird das auto durch die wechselstation gezogen und der akku mit einem kleinen, hydraulischen kran ausgetauscht. der vorgang sollte nicht länger als drei minuten dauern.

die zu dem ladestationen-system passenden elektroautos werden vom renault-nissan-konzern produziert. dabei wird bei better place und renault-nissan unisono betont, nicht nur auf ein kleines stadtmobil sondern auf ein massen-markttaugliches, „bezahlbares“ mittelklasse-e-mobil zu setzen. dieses mit umweltfreundlichen lithium-ionen-batterien betriebene elektroauto, wird ab 2011 erhältlich sein und platz für vier personen bieten. für den umstieg auf ein elektro-auto haben sich die betreiber ein interessantes verrechnungssystem überlegt. so soll sich der e-autofahrer, ähnlich wie bei mobilfunkverträgen, auf einen vierjahres-vertrag verpflichten, eine monatliche stromgebühr bezahlen, jedoch das elektrofahrzeug kostenlos zur verfügung gestellt bekommen.

dass dieses ladestationen-konzept auch international auf große aufmerksamkeit stößt, dokumentieren kooperationen mit ländern wie dänemark, australien, den usa, kanada oder japan. in japan wird man beispielsweise mit dem größten taxiunternehmen der hauptstadt tokio kooperieren. mit der dänischen stadtregierung von kopenhagen hat man sich auf eine rasche umsetzung einer flächendeckenden infrastruktur für elektroladestationen geeinigt. ähnliche pläne laufen mit der kanadischen provinz ontario, mit teilen kaliforniens und der insel hawaii.

ob die zukunft des autos wirklich aus der steckdose kommt bleibt abzuwarten. der grundansatz, energie zukünftig aus „sauberen quellen“ zu gewinnen, ist auf jeden fall mehr als sympathisch ...

helmut wolf
pool journal