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green surfing
ausschließlich „unmotorisierten sportarten“ widmet sich die kalifornische outdoor-marke patagonia. bestmögliche qualität, funktionales design und der bewusste umgang mit der natur sind die grundprinzipien, auf denen die firmenphilosophie basiert. die wesenselemente wurden von unternehmens-gründer yvon chouinard definiert. dessen leitspruch „stelle das beste produkt her und belaste die umwelt sowenig wie möglich“, besitzt seit der unternehmensgründung im jahr 1973 gültigkeit.

der name patagonia steht für wilde natur und eine einzigartige gebirgslandschaft im südlichsten gebiet argentiniens. menschen, die diese von wind und wetter zerzauste landschaft aufsuchen, um dort berge zu besteigen oder zu wandern, benötigen effiziente und zuverlässige bekleidung. yvon chouinard, der das outdoor-bekleidungs- und ausrüstungsunternehmen patgonia vor rund 40 jahren gegründet hat und sein ganzes leben lang alpinist im tiefsten herzen geblieben ist, weiß genau, wie (lebens-)notwendig funktionelle bekleidung in rauen gebirgsregionen sein kann. als chouinard das unternehmen gründete, war ihm von anfang an klar, nur mit bester produktqualität kann man einen nachhaltigen effekt erzielen und den unberechenbaren wetterkapriolen standhalten. dieser grundsatz gepaart mit der großen liebe zur natur und einem hohen umweltbewusstsein und –engagement haben aus der in kalifornien angesiedelten marke im laufe der jahre eines der erfolgreichsten outdoor-bekleidungsfirmen der welt gemacht.

menschen mit einem unkonventionellen lebensstil und einer großen leidenschaft für die bewegung in der natur haben sich entsprechend zur kernzielgruppe von patagonia entwickelt. obwohl alpinismus nach wie vor zu den kernsegmenten des produktportfolios gehört, hat sich das sortiment insgesamt stark ausgeweitet. surfer, trailrunner, kayaker, snowboarder, skifahrer, fliegenfischer oder mountainbiker finden heute ebenso alles, was ihr outdoor-herz begehrt. fokussiert werden all jene sportarten, die ohne motor auskommen. die fokussierung auf nicht-motorisierte sportarten weist deutlich auf yvon chouinards ziel hin, ein unternehmen zu gründen, das so nachhaltig wie möglich agiert und noch in 100 jahren existieren soll, wie der patagonia-gründer in seinem buch „let my people go surfing“ festgehalten hat.

seit dem jahr 1996 wird für die bekleidungskollektion ausschließlich biologisch angebaute baumwolle verwendet. immer mehr zum einsatz kommen zudem recycelbare materialien. so wird speziell für die fleece-produktlinie, aber auch für funktionsjacken und board-shorts, recyceltes polyester verwendet, welches alten plastikflaschen entstammt. in diesem zuge wurden in den vergangenen jahren über 90 millionen plastikflaschen wiederverwertet. fast 90 prozent der kollektion (ausgenommen footwear) sind zwischenzeitlich recycelt oder wieder verwertbar. besonders erwähnenswert in diesem zusammenhang ist das „common threads recycling programm“. bei diesem „ecocircle“-programm kann der konsument abgetragene polyesterkleidung zu einem – der rund 700 europäischen - partnerhändler zurück bringen, worauf die teile wieder zu neuen produkten recycelt werden.

im jahr 2001 hat der patagonia-gründer chouinard überdies die gemeinnützige vereinigung „1% for the planet“ gegründet, an die sich mittlerweile über 1.000 andere firmen angeschlossen haben und jeweils ein prozent ihres jahresumsatzes an umweltorganisationen und aktivisten spenden.

wie wichtig es patagonia auch innerhalb des unternehmens ist, aktiv am umweltschutz mitzuwirken, zeigt das so genannte „employee internship-program“. im rahmen dieser initiative können die weltweit 1.400 mitarbeiter des unternehmens bis zu zwei monate bei vollem gehalt für eine umweltschutzorganisation arbeiten. vorbildhaft zeigt sich auch das 15.800 m2 große service center in reno im us-bundesstaat nevada, das größtenteils nach umweltkriterien gebaut wurde und über ein energiesparendes beleuchtungssystem verfügt. apropos beleuchtung und strom: einen teil des benötigten stroms für das kalifornische hauptquartier in ventura erzeugt bereits die hauseigene solaranlage, die vor einigen jahren am parkplatz des bürogebäudes installiert wurde. dass die zahlreichen sonnentage in kalifornien dann nicht nur die solaranlage der firmenzentrale speisen sondern den mitarbeitern auch die möglichkeit bieten, am nahe gelegenen strand surfen zu gehen, ist natürlich kein unangenehmer nebeneffekt ...

helmut wolf
pool journal