28
 
   
green and the city
zunehmend verkehrsreiche räume und ein ansteigend ökologisches bewusstseinswandel vieler menschen in den großstädten lassen die nachfrage nach „grünen kultur- und lebensinseln“ stetig anwachsen. auch immer mehr shops und initiativen der mode- und lebensstil-branche widmen sich „grünen“ konzepten und inhalten. hedonismus und konsum, ja, aber in ausgewogener, gesunder art und weise. die stadt-reiseführer der verystyleguide ecological-serie fokussieren und kultivieren seit einigen jahren grünes leben und ökologischen konsum.

„act now, or ...“ lautete die durchaus harsche ansage der fashion-designerin katharine hamnett vor einigen jahren im hinblick auf ökologisches und ethisches handeln. die englische modemacherin, deren unternehmensphilosophie auf einem ethischen kontext beruht, setzt seit langer zeit eindeutige wie klare botschaften in die welt, doch endlich etwas für die umwelt und einen bewusst „gesunden konsum“ zu tun. klimawandel und die drohende zerstörung und aushöhlung vieler landschaften und energieressourcen auf der erde haben ein umdenken zwingend notwendig gemacht. vor allem in den großen metropolen der westlichen industrieländer manifestierte sich dieses anliegen bei immer mehr menschen. auch uscha pohl, gründerin der seit dem jahr 2000 erscheinenden „verystyleguides- und verystylemaps“, einer reiseführer-serie für ausgewählte mode- und lebensstilpunkte in städten wie paris, london, new york und berlin, beschäftigte das thema des „ethischen und ökologischen konsums“ seit langer zeit. die in london beheimatete herausgeberin versuchte einen weg zu finden, die ökologisch korrekte denkweise in das inhaltliche konzept der „very“-guides mit einzubinden. gerade das lebensumfeld der kreativen und künstlerischen szenen in den städten, so der grundgedanke von uscha pohl, sollte mit ethischen und ökologischen elementen verbunden werden.

im jahre 2006 schließlich entschloss sich die in london und paris lebende herausgeberin ihre auf stil- und designer-spots spezialisierte reiseführer-serie um einen „grünen“ schwerpunkt zu erweitern. unter dem titel „verystyleguide ecological“ startete man mit der darstellung ökologischer und biologischer lifestyle-spots in london in form eines reiseführers und stadtplans. explizit herausgehoben wurden dabei mode- und accessoires-shops, kosmetik-läden und interieur-geschäfte mit ökologischer und nachhaltiger ausrichtung. außerdem bio-restaurants, -bars, -cafes, -bäckereien, -supermärkte, adressen für fahrrad-verleihe, elektro-autos, einkaufsmöglichkeiten für alternative medizin als auch adressen von bauernmärkten, ethik-banken usw.

was mit dem „verystyleguide ecological“ in london angefing, hat sich in der zwischenzeit auf ethische und ökologische lebensstil-punkte der städte new york, paris und berlin ausgeweitet. die im pocketformat erscheinenden reiseführer beinhalten jeweils auch einen handlichen stadtplan, welcher stadtvierteln und gegenden mit verdichteten „green spots“ heraushebt. erhältlich sind die mit dem umweltzeichen fsc (forest stewardship council) zertifizierten „eco-reiseführer“ in kunstgalerien, mode- und conceptstores. auf der webplattform www.very-eco.com ist zudem ein forum eingerichtet, um laufend aktualisierung und ergänzungen vornehmen zu können. zudem werden auf dieser website marken, unternehmen und produkte vorgestellt, die sich ökologischen, ethischen als auch stilvollen grundsätzen verpflichtet haben.

die gebürtige deutsche uscha pohl, ursprünglich als mode-designerin in new york und london tätig, lancierte bereits im jahr 1997 die erste ausgabe des nach wie vor erscheinenden mode- und kunstmagazins „very“. in diesem medium soll die verbindung und das „bessere verständnis“ zwischen kunst und mode hergestellt werden. mit den verystyleguides ecological steht nunmehr die verbindung zwischen kunst, mode und ethischem verhalten im vordergrund. es scheint so, als würde diese verschmelzung gut gelingen und sich hier eine zukunftskräftige symbiose zwischen anspruchsvollem genuss und gutem gewissen entwickeln ...

helmut wolf
pool journal