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illustration: katharina berndt / durchdiebank.de
skin deep
sich wohl fühlen in seiner haut wird oftmals mit einem gesunden, makellosen teint gleichgesetzt. als das sichtbarste organ am menschlichen körper „repräsentiert“ die haut uns – ähnlich der bemalung einer leinwand, die die eigenheiten des malers widerspiegelt.

unsere haut hüllt uns ein und ist zudem quelle und spiegel unseres wohlbefindens. meist unbemerkt – von unserer aktiven wahrnehmung ausgeschlossen – führt die haut unzählige und komplexe funktionen aus: sie schützt vor äußerlichen einflüssen und austrocknung, bildet neue hautzellen nach und nimmt verschiedene berührungs- und temperaturreize wie „kalt“ und „warm“ auf. sich wohl fühlen in seiner haut wird aber auch mit einem leben in einklang mit körper und geist interpretiert – ist doch die erhaltung des jugendlichen aussehens seit jeher der anreiz zur suche nach dem ewigen jungbrunnen.

dies war schon ein zentrales thema im alten ägypten, in dem die riten der hautpflege und kosmetik ihren ursprung nahmen. den völkern um den nil gelang es bereits damals, tierische und pflanzliche fette mit aromastoffen in pasten zu verbinden. das zelebrierte salben, massieren und baden erlangte einen hohen kulturellen stellenwert, der mit der philosophie um dem körperkult unserer zeit durchaus vergleichbar ist. die berühmte herrscherin cleopatra badete in milch und honig, um ihre haut sanft und glatt zu halten.

viele dieser ägyptischen massage- und baderituale wurden von den griechen übernommen, deren auffassung es war, dass in einem gesunden körper ein gesunder geist ruht. auch die römerinnen integrierten diese rituale in ihre kultur und lebensweise und schworen bei ihrer gesichtspflege auf milch. neros zweite frau soll in eselsmilch gebadet haben.

die hochkultur des badens und der körperpflege, die über so lange zeit kultiviert und praktiziert wurde, fand ein ende durch seuchen wie cholera oder pest, die mitunter von den kreuzrittern eingeführt wurden. um ansteckung zu vermeiden, wurde der kontakt mit wasser gescheut. zu hofe von ludwig XIV. galt waschen als schlichtweg verpönt. um den anschein von reinlichkeit zu verbreiten oder auch nur, um den unangenehmen geruch durch mangelnde körperpflege zu verhehlen, waren düfte sehr begehrt. duftwasser und dufttücher waren bei frauen wie auch bei männern zu hofe immer in reichweite.

so waren in der barocken gesellschaft dicke puderschichten und parfümierte perücken en vogue. die daraus resultierenden hautunreinheiten wurden einfach mit schönheitspflästerchen überklebt. vom ideal der hervorhebung der natürlichen schönheit war man damals wohl am weitesten entfernt. schönheit aber liegt im auge des betrachters und wechselt gemäß den trends der zeit.

durch die entdeckungsreisen und die aufkommende seefahrt wurden parallel noch weitere interessante aspekte der haut erschlossen: die körperdekorationen verschiedener indigener völker wie den maoris auf neuseeland, der narbenschmuck verschiedener afrikanischer stämme, die hennabemalungen der inder oder die bemalungen der schamanen wurden in europa bekannt.
auf polynesische bräuche geht angeblich das heute bekannte tätowieren (dem einritzen und einstechen von ornamenten auf die menschliche haut) – entdeckt und übernommen von seefahrern – zurück. bekannt waren hautstechungen allerdings schon bei den nubiern in ägypten; und am körper des in den alpen gefundenen steinzeitmenschen ötzi wurden mehr als ein dutzend tätowierungen entdeckt.

das tätowieren der oberschenkel bei den samoa-frauen galt als zeichen der reife. neben tiefgründigen spirituellen bedeutungen gaben die hautritzungen auch aufschluss über den gesellschaftlichen rang. in japan ist die tätowierkunst als “irezumi” bekannt, deren motive von heldenhaften geschichten erzählen. für die seefahrer hatten tätowierungen als eine art persönliches tagebuch von erlebnissen und frauengeschichten auf ihren langen reisen eine bedeutung. in europa, vor allem durch das christentum als heidnisch verurteilt, galten sie lange zeit als ein symbol für soziale außenseiter oder mitglieder von randgruppen.

durch das revolutionäre modedesign des 19. jahrhunderts wird plötzlich mehr „haut gezeigt“. figurbetonte kleider oder bikinis, getragen von models und filmstars, verleihen unserer wertvollen „hülle“ eine völlig neue kulturelle bedeutung. erlaubt ist, was gefällt. dennoch werden durch das gesellschaftliche streben nach jugendlichem aussehen und natürlichkeit hohe maßstäbe im beruf wie auch in der freizeit gesetzt.

die medien, die werbung und die ständig wachsende produktvielfalt haben uns beeinflusst. unsere wahrnehmung hat sich geändert. die frage der königin in grimms märchen schneewittchen nach der „schönsten im land“ müsste wohl heute etwas adaptiert heißen „welches ist das beste produkt für die haut, um die schönste im land zu werden?“. lidschatten ist nicht mehr gleich lidschatten und die wahl einer passenden faltencreme ist durchaus vertrauenssache. den grundsatz, dass schönheit bekanntlich nicht nur unter die haut geht sondern auch von innen kommt, nehmen kosmetikexperten der marken juvena oder weleda schon seit vielen jahren als ausgangspunkt für ihre hautstudien.

nach über 50 jahren forschung ist es beispielsweise juvena gelungen, einen meilenstein in der kosmetik zu setzen. ihre „skinnova sc technology“, die sie in langjähriger zusammenarbeit mit dem laboratoire des substitut cutanés der universität lyon in frankreich entwickelt haben, basiert auf demselben prinzip, welches die universität zur erneuerung von verbrannter haut einsetzt.

sie unterstützt die hauteigene stammzellenaktivität, verantwortlich für die bildung neuer haut und schützt deren natürliches selbsterneuerungspotenzial. als vorbild dient junge haut und deren fähigkeit, sich immer wieder selbst zu regenerieren. die skinnova sc technology ist nun in allen juvena-produkten integriert und stärkt die natürlichen prozesse der stammzellen, auch in fortgeschrittener reife immer wieder neue hautzellen zu produzieren. warum aber geht der trend in unserer gesellschaft einmal mehr hin zum jungen, gesunden und natürlichen aussehen unserer haut?

„wir bei juvena versuchen mit den führenden wissenschaftlern auf dem gebiet hautforschung das organ noch besser zu begreifen und seine bedürfnisse zu erkennen. das bestreben, in allen bereichen perfektion zu erlangen, treibt den menschen auch in der kosmetik ständig hin zu neuen erkenntnissen. das ideal „absolute schönheit“ wird immer priorität in der kosmetikforschung haben, so wie es seit den zeiten von cleopatra bekannt ist. ideale werden aber selten erreicht, deshalb wird das streben danach bleiben. zudem ändern sich die ideale im laufe der zeit und damit auch der weg dahin.“, erklärt prof. dr. sven gohla, leiter der juvena forschung und entwicklung. „die digitale welt erlaubt die kaschierung des eigenen ich, aber auch der eigenen ausstrahlung. frauen von heute möchten sie selbst sein und nicht einer ikone der schönheit nacheifern. jung und schön allein ist nicht die lösung, die frauen ausschließlich anstreben.“ auch, so meint gohla weiter, fühlen wir uns in unserer haut am wohlsten, wenn wir sie nicht bemerken – oder eben nur durch komplimente über ihre makellosigkeit auf sie aufmerksam gemacht werden. viele der natürlichen abläufe nehmen mit zunehmender alterung an qualität und funktion ab, die haut verliert an eigenschutz. hautpflege sollte in jenem maß betrieben werden, indem man die natürlichen mechanismen erkennt und respektiert.

der markenname „weleda“ steht seit dem jahr 1921 unter dem leitmotiv „im einklang mit mensch und natur“ und ist bekannt für seine ganzheitlichen körperpflegeprodukte und arzneimittel für die anthroposophische therapierichtung. gemäß dem anthroposophischen verständnis von mensch und natur gibt es zwischen beiden eine wesensverwandtschaft, aus der die verwendung bestimmter pflanzen oder pflanzenzubereitungen für bestimmte einsatzbereiche in der körperpflege abgeleitet werden kann. soweit als möglich werden ausschließlich reine natursubstanzen verwendet. „als traditioneller arzneimittelhersteller orientiert sich weleda auch bei der entwicklung und herstellung von naturkosmetik am prinzip der ,salutogenese’, also an der frage: ,was erhält den menschen gesund?’” erklärt sonja christine dambach von der weleda unternehmenskommunikation. der hauseigene heilpflanzengarten ist das herz von weleda. auf 20 hektar wachsen mehr als 200 verschiedene pflanzenarten, die sozusagen direkt vom feld in die tube kommen. der heilpflanzengarten wird nach den richtlinien des biologisch-dynamischen anbaus (basierend auf der lehre von der „lebendigen agrarkultur“ des philosophen rudolf steiner, anm.) bewirtschaftet. deshalb stehen weleda-produkte für umweltverträgliche rohstoffe und für einen sparsamen umgang mit wasser und energie. bei der herstellung wird auf synthetische duft-, farb- und konservierungsstoffe oder mineralöle verzichtet. „sinn und zweck unserer produkte ist es, die selbstregulierung der haut anzuregen und dadurch ihre gesunderhaltung und vitalität zu fördern, anstatt einfach nur zu ersetzen, was ihr fehlt. sich in seiner haut wohl zu fühlen, spielt heutzutage eine zunehmend wichtige rolle. so haben frauen nicht mehr den anspruch um mehrere jahrzehnte jünger, sondern ihrem alter entsprechend gut auszusehen.“

unsere haut, so dambach, fühlt sich dann wohl, wenn sie genügend feuchtigkeit und fett enthält. damit sich die haut auch auf längere sicht hin „wohl“ fühlt, sollte sie nicht zu lange schädlichen umwelteinflüssen wie zum beispiel praller sonne ausgesetzt werden, da gerade die uv-belastung die hautalterung beschleunigt. auch trockene heizungsluft oder der häufige wechsel zwischen warmer und kalter luft belastet sie. auch sollte man nicht auf die alte hausregel vergessen, täglich mindestens einen liter wasser zu trinken.

und was sind schließlich die prognosen für die zukunft zum thema haut und schönheitsideal?

„der wunsch nach schöner, gepflegter und jugendlicher haut ist so alt wie die menschheit selbst. insofern ist es unwahrscheinlich, dass sich unser schönheitsideal in naher zukunft ändern wird.“

sandra pfeifer
pool journal