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eternal ray banning
nur wenige marken haben den begriff „sonnenbrille“ so erfolgreich für sich besetzt wie ray ban. zeitlos populäre brillen wie die modelle aviator und wayfarer haben die helden der luftfahrt und des kinos mit dem ultimativen schliff an coolness und eleganz versehen. der status eines permanenten „cult in progress“ wurde unlängst durch us-präsident barack obama besiegelt, der ebenfalls mit einem paar ray ban gesichtet wurde.

obwohl ray ban sich weltweit großer beliebtheit erfreut, bleibt die kult-brille stets eine ikone des american way of life. das im jahre 1937 in den usa etablierte brillenunternehmen begründete einen mythos, der nur schwer einzufangen ist. zu seinen trägern aus den verschiedensten bereichen der kreativen szene zählen starke charaktere wie marlon brando, tom cruise, john lennon, roy orbison, audrey hepburn oder blondie debbie harry. der prototyp der ersten ray ban brille wurde bereits im jahre 1929 für die amerikanische luftfahrt produziert. general maccready hatte den heute führenden kontaktlinsen-konzern bausch & lomb damit beauftragt, eine brille zu schaffen, die vor den starken lichteinwirkungen in großen höhen schützen und dabei ebenso perfekte sicht gewähren soll. maccready hatte gerade erst den atlantik überquert und dabei festgestellt, dass die lichteinwirkung auf langen strecken zu gesundheitlichen problemen führen konnte. so entstanden die ersten modelle mit anti glare (nicht spiegelnder oberflächenstruktur, anm.) und grünen gläsern. das erste brillenmodell, das im jahre 1936 auf den markt kam, war ein modell aus kunststoff im „aviator design“. da der name „anti glare“ sich nicht klar von anderen produkten hervorhebt, wurde 1937 die marke ray (= strahl) ban (= sperre) offiziell eingetragen. dazu kam ein neues brillenmodell mit metallfassung auf den markt, welches begeistert von den piloten der „united army air corps“ übernommen wurde. als ein anderer general namens douglas macarthur im zweiten weltkrieg auf den philippinen landete, fiel die brille den dort versammelten pressefotografen sofort auf und das bild des „amerikanischen helden“ - als ebenbild von lässigkeit und eleganz - ging um die welt.

ray bans zweites erfolgreiches modell - wayfarer – wurde im jahre 1952 vorgestellt. dieses brillenmodell am gesicht audrey hepburns erreichte mindestens den gleichen bekanntheitsgrad und kultstatus wie der legendäre film „frühstück bei tiffany“, in dem hepburn eine gesellschaftsdame für leichte stunden spielt. mit dem einzug der ray ban-sonnenbrillen in hollywood wird die definition des modischen accessoires besiegelt. der „coolness-faktor“ der brille wird vor allem durch geschickte produktplatzierung in unzähligen filmen bestärkt und in fast jeder dekade nach seiner einführung immer wieder ins rechte rampenlicht gerückt. neben den erfolgs-modellen aviator und wayfarer entstehen im laufe der zeit auch andere beliebte sonnenbrillen-modelle. klingende sonnenbrillen-namen wie predator, olympia oder balorama, wurden durch schauspieler wie peter fonda und dennis hopper in „easy rider“, john belushi und dan aykroyd in „blues brothers“, tommy lee jones und will smith in „men in black“ oder carrie-anne moss in „matrix“ weltweit bekannt. für die neuverfilmung des 1970er jahre tv hits „drei engel für charlie“ fertigte ray ban sogar eine spezialausgabe – ein modell pro „engel“ – an. den absoluten verkaufsrekord erzielte ray ban jedoch nach der ausstrahlung des us-kinohits top gun, in dem tom cruise einen jungen piloten mimt. in kunst- und musikkreisen zählen andy warhol, patti smith oder jim morrison zu den „aposteln“ des brillenmodells wayfarer. das wort wayfarer entstammt übrigens einem altenglischen, romantischen begriff für reisender oder wandersmann.

so sehr ray ban den mythos um die individualität symbolisiert, so sehr ist dessen erfolgsgeschichte auch ein klassisches beispiel für die ständig wechselnden modelaunen. in den 1980er-jahren gehörte die sonnenbrille als modisches detail zu jedem party-outfit. noch in dunkler erinnerung klingt dabei corey harts musiknummer „(i wear my) sunglasses at night“. in dieser modisch turbulenten zeit hat auch miami vice-detektiv sonny crockett alias don johnson nebst designeranzügen und schnellen autos dem brillenmodell wayfarer eine ganz neue art von reiz verliehen. heute betreibt ray ban auf dessen website eine plattform für ray ban-träger aus aller welt unter dem namen „never hide community“. der kult und mythos der brille wird hier online von einer globalen fangemeinde ausgiebig zelebriert. models wie kate moss, schauspielerin angelina jolie und der exzentrische darsteller jack nicholson tragen dann das übrige zum sexappeal der sonnenbrillen bei. wo ist die sonne?

sandra pfeifer
pool journal