26
 
   
running relaxation
„was war das, ein außerirdischer?“, fragte die internationale presse völlig verblüfft, als der junge, jamaikanische läufer usain bolt sichtlich locker bei den olympischen spielen in peking im vorjahr weltrekord auf 100 meter gelaufen ist. in 9,69 sekunden ... und das mit offenen schuhbändern. über die möglichkeit, rekorde zu brechen und dennoch entspannt an die sache und das leben „heranzugehen“, ein porträt des leichtathleten.

usain bolt hatte bei seinem eindrucksvollen weltrekord-lauf bei der olympiade in peking sogar noch zeit sich umzudrehen und zu schauen, wo denn seine mitläufer bleiben. der „superman 2“, wie ihn us-lauflegende michael johnson benannte, der eigentlich 200-meter-laufspezialist ist und in dieser disziplin ebenfalls den weltrekord „erlaufen“ konnte, war über seine rekordleistung selber überrascht: „um ehrlich zu sein, habe ich nicht daran gedacht den rekord zu brechen“, meinte bolt. der 22 jahre junge, in kingston, jamaika, lebende bolt gilt als eine art wunderkind des laufens. bereits im alter von neun jahren entdeckte er die leichtathletik für sich und richtete von da an sein ganzes interesse auf diese sportart. „ich habe gleich gemerkt, dass ich sehr schnell war“, erzählt bolt, was sich bereits einige jahre später in professioneller art und weise bestätigte. so konnte er schon im alter von 15 lebensjahren den „world junior 200 meters“-titel sowie eine reihe weiterer internationaler bewerbe gewinnen. trotz seines „blitzschnellen“ aufstiegs in den olymp der leichtathletik hat sich der in trelawny parish geborene seine natürlichkeit und - jamaikanische - gelassenheit bewahren können: „stress begegne ich stets mit ruhe und entspanntheit!“, betont usain bolt. „ich versuche das leben relaxt zu leben und mich nicht stressen zu lassen.“

als perfektes entspannungsmittel wendet usain bolt vor allem auch das „lebenselixier musik“ an. einerseits beim hören, speziell von reggae und jamaikanischer dancehall-music, andererseits beim dj-ing im „quad“-club in kingston. vor den rennen jedoch hat ihm sein trainer empfohlen, keine musik zu hören, um die konzentration nicht zu stören. wie groß sein familiensinn ist, zeigt sich dann, wenn man nach seiner täglichen motivation fragt: „meine motivation entsteht daraus, wenn ich an meine eltern denke - speziell an meine mutter. als kind haben sich meine eltern liebevoll um mich gekümmert, jetzt kann ich ihnen einiges zurückgeben, auf das sie stolz sein können.“ seine liebe zu seinen wurzeln und seiner heimat dokumentiert bolt auch damit, dass er nach wie vor am liebsten seine runden im „national stadium“ von jamaika dreht. immerhin fünf mal die woche ist er auf der laufbahn, sowie drei mal wöchentlich im fitnessstudio. „lightning bolt” („blitz bolt”), wie er seit dem 16. lebensjahr genannt wird, ist aber auch ein stil- und qualitätsbewusster mensch, was sich an der engen zusammenarbeit mit der sportmarke puma zeigt. seit den „world junior championships“ in kingston im jahre 2002 hat sich zwischen puma und usain bolt eine kooperation entwickelt, die in jüngster zeit an der entwicklung des „running lifestyle“-schuhs „l.i.f.t.“ (lite injected foam technologie) manifestiert. diese schuhaufbau-technologie ermöglicht es, durch eine speziell materialsparende herstellung sehr leichte und ergonomische produkte produzieren zu lassen. bolt hat bei den l.i.f.t.-modellen am design mitgewirkt, welche eine gelungene verbindung zwischen sport und mode darstellen. „am liebsten trage ich diese schuhe nach einem langen trainingstag, außerdem fühlen sie sich gut beim dj-ing an.“

ob ihn eigentlich die millionen zuseher bei der olympiade in peking im vorjahr nervös gemacht haben? „nein, ich war überhaupt nicht nervös. bleibe einfach immer cool, das ist das wirksamste!“ bei dieser antwort fällt einem sofort der jamaikanische „way of life“ ein: sonne, sand und „laufend“ relaxen ...

helmut wolf
pool journal