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träumen kann wirklichkeit sein
träumen ist schön ... ich habe schon immer viel geträumt, oder sagen wir phantasiert. von haus aus bin ich eher intuitiv als rationell veranlagt. meine träume, gedankenbilder, visionen, utopien erscheinen mir naturgemäß sehr bildlich. im laufe meines lebens habe ich gelernt, diese bilder mit worten zu beschreiben, sowie in fotografie und film zum ausdruck zu bringen.
ich bin der auffassung, dass träumen als auch wünschen hilft. damit meine ich, dass man sich die zukunft (er-)träumen kann. und dass all diese vorstellungen dann tatsächlich realität werden. natürlich nicht willkürlich herbei gesponnene ideen ... man muss schon in sich hineinfühlen, erspüren wie erlebtes und unterbewusste einflüsse mit dem eigenen wesen reagieren - und sich ein bild davon machen, was man möchte. diese vorstellungen übernehme ich in das bewusstsein, als fixstern für die navigation durch die situationen des lebens.
nun sagen viele möglicherweise, erst mit ausreichend geld ist es möglich, träume umzusetzen? ich meine jedoch, geld spielt da nicht die hauptrolle! es dient als mittel zum zweck, als treibstoff für den motor des handelns. geld ist eine sehr breit einsetzbare und sehr kompatible form von energie, die oft nützlich ist, um träume realität werden zu lassen. die besten vorraussetzungen für visionen und ideen sind besondere bewusstseinszustände. erreicht werden können solche „bewussten zustandsmomente“ am besten durch entspannung, gespräche, musik, rituale und drogen. es muss nicht unbedingt unzufriedenheit sein, um wünsche und visionen zu entwickeln. auch glückliche und euphorische zustände fördern die phantasie. der traum kann die wirklichkeit eines einzelnen sein, doch die wahre wirklichkeit ist die realität mehrerer menschen.
stichwort: kopfkino! ich bin ein beobachter und mache mir zu vielen dingen gedanken. diese gedanken sind der film in meinem kopf. einige davon werden realität. das ist gewissermaßen lebenssport: sozusagen die disziplin, vorstellungen zur gestaltung des eigenen lebens in die realität umzusetzen. dieser vorgang kann auch amerikanisch mit dem begriff „lifestyle“ umschrieben werden ... deshalb reflektiere ich auch kritisch, was ich so träume und mir so vorstelle, denn es könnte ja realität werden. mit der häufigeren erfahrung, dass träume und visionen wahr werden und je genauer ich in mich hineingehört habe, desto mehr gewinne ich daraus eine gewisse innere ruhe. aus der zuversicht entsteht das gefühl, völlig eins mit mir zu sein. menschen, die von idealistisch geprägten träumen motiviert handeln, ziehen automatisch gleichgesinnte an, verbünden sich, werden stärker, polarisieren. gemeinsam wird in die gleiche richtung gewirkt, geträumt, mit allen mitteln, die den protagonisten zur verfügung stehen. motto: „wenn einer alleine träumt, dann bleibt es ein traum. wenn aber alle gemeinsam träumen, wird es wirklichkeit.
die welt ist brutal und ein gott, welcher auch immer, scheint fern. unverschämte ungerechtigkeiten, wohin das auge schaut. dabei möchte doch jeder für sich nur eines haben: frieden und harmonie! ich denke, dass dieser unsinnige zustand beziehungsweise umstand hauptsächlich auf unzähligen missverständnissen basiert. ein traum von mir ist, dass sich all diese missverständnisse eines tages gänzlich aufgeklärt haben. aber das ist wohl noch ein stück arbeit, die langzeit-baustelle sozusagen.
ich habe noch viel mehr träume, einige habe ich schon verwirklicht ... manchmal ganz bewusst und manchmal unbewusst. es ist schon des öfteren passiert, dass ich eine situation realisiert habe und dann feststellte: „hey, mann - das hast du dir doch mal gewünscht“. die ersten male - als es noch ein wunsch war - war ich irritiert, weil ich mir mit der verwirklichung meiner träume besondere glücksgefühle versprach. dann aber erschien alles plötzlich so ganz normal, ja sogar selbstverständlich. tja, auch wenn ich nicht bei jeder erfüllung eines traums vor glück an die decke springe - schön ist es dennoch. es vermittelt ein gutes gefühl und macht mich zufrieden - aber nicht satt! mein geist entzündet sich ständig neu, und die ideen scheinen nie auszugehen. ich freue mich schon auf morgen!
kristyan geyr
pool journal