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the stars
es geht hier nicht um irgendeinen sportschuh, sondern um „den“ sportschuh schlechthin. sein name: „all star“. die referenz: der coole klassiker unter den sneakers. das besondere: zeit-, generationen- und szenenübergreifender style. der mehrwert: gewinnt nach hoher belastung und langjähriger abnützung noch an originalität.
über 750 millionen bisher verkaufte modelle in 144 ländern. nur wenige sportschuhe haben soviel kontakt mit straßenasphalt und sportplatz gleichermaßen gehabt, wie die ikone der basketball-schuhe „all star“. von der us-firma converse erstmals 1917 hergestellt, konnte sich der sneaker in seiner jahrzehntelangen historie über einen stets hohen zuspruch bei konsumenten und sportlern gleichermaßen erfreuen. trotz hoher verbreitung gilt der athletik-schuh bis heute als etwas besonderes. so zählt der „star“ zwar als massenprodukt, die subtile verbindung zwischen original-style und sportlich adaptierter funktionalität stellte doch immer eine gewisse exklusivität dar.
seit der basketball-spieler charles h. „chuck“ taylor im jahre 1918 erstmals den all star angezogen hatte, reißt die begeisterung über den schuh nicht mehr ab. der auf der innenseite des schuhs angenähte „star“-patch, mit der signatur von chuck taylor, ursprünglich als schutz für die basketball-sportler gedacht, gilt als symbol des kultschuhs. der „star an den füßen“ steht für authentizität und lässigkeit. die „ästhetische sprache“ wird rund um den globus gleich gut verstanden. ob in europa, in asien oder amerika, der knöchelhohe „basketball-stiefel“ dokumentiert hier wie dort ein sozial unabhängiges weltbild der jugendlichkeit. irgendwie scheinen die träger des schuhs auch immer das „anderssein“ darstellen zu wollen. als die beach boys anfang der 60er jahre das schwarze all star-modell „oxford“ zu ihrem lieblingsschuh auserkoren hatten, und auch die harlem globetrotters etwa zur gleichen zeit den schuh testeten, brach ein wahrer begeisterungssturm unter den turnschuh-fans aus. der image-mäßige mix aus sport, mode und popkultur traf genau den zeitgeist der sixties und seventies. der schuh wurde zum modischen inbegriff des relaxten westcoast-lifestyles. neben der ur-farbe schwarz wurden daraufhin gleich sieben weitere farbtöne ins programm des modells mitaufgenommen. zudem wurden die schuhgrößen verkleinert, um auch schon den kids den zugang zu den nun bunten schuh-versionen zu ermöglichen. die einige jahre später geborene low-cut-version „one star“, avancierte zum coolen symbol der skate- und surfgeneration. auch die alternativ-rock-szene zeigte sich begeistert von dieser tiefer geschnittenen sneaker-version und sorgte für die musikalische verbreitung in der ganzen welt.
seit rund zwei jahren besinnt sich converse wieder verstärkt seiner eigenen historie und forciert dabei speziell das „ewige“ modell „chuck taylor“. viele innovative interpretationen wurden dabei entwickelt, auch der all star-vintage, als urvater der chucks, erlebt sein revival. die chuck taylors werden nunmehr in schrillen farben, spacigen designs, mit peace-logo oder in exzentrischen ledervariationen gefertigt. der starke einfluss des performance-bereichs spiegelt sich in der funktionellen ausstattung. wie immer fällt die formel „originalität + trend“ auf fruchtbaren boden und zeigt den all star in neuer blüte ...
helmut wolf
pool journal