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häufig gestellte fragen

wo und wann finden sie am besten zur ruhe?

mit lautem singen. und seit kurzem auch mit ... na was wohl

welche musik hören sie neben mechanischen klängen aus der musikdose?

von miles bis jimi, von lennon bis mccartney, von taylor bis cullum, von prince bis herbie, von sting bis freddy, von james bis chet ...

ihr liebstes stück auf der musikdose?

mein herz hängt an melodie 3, titel „inspirieren“. die melodie habe ich mit dem bild des zu der zeit noch ungeborenen sohnes meines besten freundes im kopf geschrieben. ich habe - den vorgaben der

musiktheorie und der musiktherapie folgend, eine melodie geschrieben - die den kleinen für den gang in diese welt inspirieren sollte.

unplugged
jeder kennt den beruhigenden klang melodiöser spieluhren aus der kindheit. das schweizer unternehmen reuge widmet sich den erwachsenen „musikdosen“ in klangtherapeutischer und ästhetischer art. mit der lancierung der stilvollen „welllistening-musikdosen“ setzt der weltweit einzige produzent für hochwertige, mechanische spieldosen nun auf ambiente-ausgerichtete raumbeschallung. der musiker stefan weituschat hat für das spieldosenmodell „reversa“ drei melodien komponiert.

mechanische musik aus spieldosen im zeitalter von mp3-player & co? sehr exotisch, und deshalb umso interessanter. mit sicherheit erreichen die mechanisch erzeugten klänge aus der „welllistening-spieldosen“-serie von reuge sehr intensiv und ausgleichend unsere sinne. dass die mechanischen musikdosen von reuge gerade in wellness-anlagen und spas, aber auch im medizinischen bereich eingesetzt werden, verwundert deshalb nicht. der musiker stefan weituschat alias „der feine herr“ hat melodien für die welllistening-serie entwickelt. ein gespräch über äußerliche empfindungen und inneres taktgefühl.

unsere städtische umwelt ist heute von anhaltenden geräuschkulissen geprägt: in gebäuden, in büros, im auto, auf der straße, überall sind wir von lärm umgeben. inwieweit glauben sie, kann musik still und beruhigend auf unser empfinden wirken?

der lärm in unserer technisierten welt kann sehr anstrengend, stressig sein. ja, er kann sogar krank machen. allerdings ist dieser lärm so sehr zum „soundtrack unseres lebens“ geworden, dass die suche nach der absoluten stille uns keine befriedigung bringen wird. stille wirkt wie ein fremdkörper in dieser welt: beunruhigend, dröhnend. die stille schreit. durch musik aber kann man versuchen, die stille „in sich“ zu finden.

wer heute nach wahrem luxus fragt, bekommt zumeist als antwort: luxus ist zeit und ruhe! die sehnsucht der menschen nach stille steigt stetig an. können wir mit musik vielleicht sogar wieder mehr zeit und ruhe „gewinnen“?

in unserem hektischen alltag verlieren wir manchmal die orientierung. oft können wir termine, meetings, deadlines nicht mehr koordinieren, verlieren schnell die übersicht und struktur. manchmal aber empfinden wir unseren alltag als viel stressiger, als er eigentlich ist. wir fordern in uns nicht den nötigen rückzug ein, denken, wir müssten ständig auf hochtouren laufen. musik kann uns jederzeit und überall ein paar minuten sortieren, „ordnen“ und uns vielleicht wieder einen klaren blick auf das zu schaffende bringen.

spieluhren oder musikdosen entstammen einer zeit, wo die hochtechnologisierung noch nicht alle unsere lebensbereiche bestimmt hat. können diese ungewöhnlichen musikklänge den zuhörer vielleicht sogar in eine ursprünglichere zeit „entführen“?

die musik von musikdosen hat etwas magisches an sich. alleine das ritual des „aufziehens“. wir werden, auch wenn wir keine geschichtlich fundierten bilder von musikdosennutzern aus vergangenen jahrhunderten vor augen haben, natürlich im ersten moment in unsere eigene wiege zurückversetzt. der klang einer musikdose ist fest mit erinnerungen aus unserer kindheit verbunden. so manche musikdose ist ja schließlich schon an unserem kinderbett gestanden oder in unserem arm gelegen. somit machen wir bei den ersten klängen aus einer musikdose sicherlich schon diese erste zeitreise.

mechanische musikdosen „klingen“ beinahe anachronistisch, besonders wenn wir im gegensatz dazu an mp3-player und handy-klingeltöne denken. welche philosophie soll bzw. kann die musikdose heute vermitteln?

dass musik auch ohne download, ohne onlinezeit, ohne bitrate und samplefrequenz, ohne strom funktionieren kann. musikdosen haben die gabe, unsere lebensräume mit musik, mit klang und melodie zu füllen, ohne auf strom oder speicherplatz angewiesen zu sein. die musikdose war gewissermaßen der mp3-player napoleons. in musik-werken der spieldosen wird musik noch produziert. man hört nicht nur die töne, sondern auch die produktion der töne. es ist eine rückkehr zum ursprung der musik.

wo liegt für sie als komponist der große unterschied zwischen instrumentaler musik und den mechanischen klängen aus der musikdose?

die technische herausforderung war enorm, als ich mich dem material und der umsetzung genähert habe. für mich war es der erste auftrag und auch der erste kontakt als komponist für mechanische musik. zum glück hatte ich die technische unterstützung eines arrangeurs bei reuge, der mich in die geheimnisse der mechanischen musik eingeführt hat.

finden diese mechanischen klänge und takte sehr nahe an unser innerstes taktgefühl?

ich denke, dass diese mechanischen klänge, vom sound der musikdose an sich, schon sehr tief in unser empfinden dringen. das besondere an den „welllistening-melodien“ ist ja gerade diese synchronisation zu erreichen. den inneren takt des zuhörers zu beruhigen, zu harmonisieren und ihn dann zu inspirieren – analog zu den titeln der melodien. ich denke, jeder, der sich nur einige sekunden darauf einlässt, wird verblüfft sein, wie schnell man diesen inneren takt findet. natürlich tickt jeder anders. der eine schneller, der andere langsamer. und zu behaupten, man würde den inneren takt eines jeden in diesen melodien treffen, wäre wahrscheinlich vermessen. ich glaube, inneres taktgefühl hat nichts mit tempo oder maß zu tun, sondern ist vielmehr ein harmonisches zusammenspiel vieler faktoren aus gedanken, herzschlag, atmung, muskelkontraktionen, lidschlag, bauch und kopf.

helmut wolf
pool journal