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b-boys break & dance
es ist möglicherweise die purste und intensivste verbindung zwischen strasse, mensch und musik: breakdance - seit den 1970er jahren fundamentaler bestandteil der urbanen „streetculture“ rund um groovige hip hop-sounds, künstlerische grafftitis und akrobatische tanzeinlagen. ursprünglich entstanden ist die breakdance-bewegung in der afroamerikanischen subkultur in grossstädten wie new york und los angeles. dort trafen sich die zumeist schwarzen jugendlichen auf der strasse, um gemeinsam (schwarze) disco-musik aus riesigen kassettenrekordern („ghettoblastern“) zu hören, zu tanzen und sich gegenseitig an den tanzkünsten und darbietungen zu messen. die jugendlichen aus den armenvierteln waren es gewohnt auf die strasse zu fallen, auf der strasse zu leben und dort ihre musik zu hören: aufstehen, niederfallen, auf händen balancieren, über den boden gleiten, auf dem kopf drehen – die tanzsessions wurden immer wilder, immer ausgefeilter und arteten in wahre „tanzschlachten“ aus – „breakdance“ war geboren und erfasste amerika ... schon bald die ganze welt.
heute gehört breakdance zu einem elementaren definitionsmittel der globalen jugendkultur. es gibt viele tanz- und stil-ausrichtungen, im vordergrund stehen nach wie vor spektakuläre körperbewegungen (powermoves) in verbindung mit den bekannt „eckigen“ hip hop-rhythmen. zu ganz besonders beliebten ereignissen in der weit verzweigten „breakdance-community“ zählen die so genannten „breakdance-battles“. dabei treten einzelne protagonisten oder tanzgruppen gegeneinander an, um ihre fähigkeiten vor publikum unter beweis zu stellen.
ein ganz besonderes breakdance battle-event ist nun bereits zum dritten mal über die internationale bühne gegangen: unter dem titel red bull bc one trafen sich im vorigen herbst im „latin american memorial“-gebäude sao paulos (brasilien) sechzehn „b-boys“ (breakdancer), um sich in drei runden an die spitze des „battles“ zu tanzen. das gebäude des brasilianischen architekten oscar niemayer glich einer gladiatioren-arena, das publikum peitschte die tänzer an, tanzte mit und kürte schliesslich den breakdancer „hong 10“ aus korea zum gewinner. die breakdance-szene wärmt sich schon wieder auf das diesjährige „red bull bc-one“-battle auf ...
helmut wolf
pool journal