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häufig gestellte fragen
wie würde der schuh aussehen, den sie sich selbst machen?
aus einer sohle für bodenständiges auftreten, einem obermaterial für guten halt und schnürsenkel zum festhalten an den glauben, dass wir gemeinsam – jeder auf seine eigene art und weise – die welt doch etwas besser machen können.
gehen sie gerne barfuss? ja. aber auch gerne ohne socken in unseren schuhen mit „smartwool“.
welches naturschauspiel begeistert sie jeden tag aufs neue?
der sonnenaufgang ... jeden tag.
step by step
„welche spuren hinterlassen sie?“ mit dieser frage beschäftigt sich das amerikanische unternehmen timberland nicht nur in bezug auf das profildesign seiner schuhe. diese „spuren“-frage gilt als ansatzpunkt der gesamten firmenphilosophie und richtet sich damit auch ganz bewusst an die kunden der marke.
alles begann mit dem legendären „yellow boot“ von 1952, dem ersten wasserdichten allwetterschuh, der sich bis heute seinen kultstatus erhalten hat. seit diesem zeitpunkt hat sich die marke timberland zum renommierten outdoor-spezialisten entwickelt, der es sich zum ziel gesetzt hat, seinen trägern die natur nicht nur bequemer zu machen sondern auch näher zu bringen. in diesem zusammenhang engagiert sich das unternehmen seit vielen jahren für soziale und ökologische belange. ton van lier, general manager für zentral-europa, skandinavien und großbritannien, hat die vielversprechende antwort des unternehmens auf viele grundsatzfragen gefunden, die da lautet: „make it better“.

lieber ton van lier, soziales und umweltbewusstes engagement spielen in der firmenphilosophie von timberland heute eine entscheidende rolle. seit wann setzt das unternehmen seine vorhaben in diesem bereich aktiv um?
diese themen gehören seit über 15 jahren zu den grundpfeilern unseres traditionsunternehmens. getreu unserem leitmotto „make it better“ machen wir uns gedanken über jenes, was außerhalb der firmenmauern geschieht und sind bestrebt, positive veränderungen herbeizuführen.

woher kommen die impulse für diese sozialen und umweltschutzorientierten anliegen? gibt es in ihrem unternehmen eine art „denkfabrik“, die sich mit der entstehung und umsetzung dieser aufgaben und dem ökologischen umdenken beschäftigt?
für zentral-europa gibt es ein team von mitarbeitern, das sich um soziale und umweltorientierte belange kümmert, vor ort besichtigungen und vorbereitende gespräche führt. dieses team erarbeitet vorschläge für aktionstage und unterbreitet mir dann die entsprechenden konzepte. ich selektiere jene aktionen, die am besten mit unserer philosophie harmonieren. weltweit besteht das team aus 24 timberland-mitarbeitern, die wir „global stewards“ nennen. sie fungieren als botschafter unserer philosophie, entwickeln grundkonzepte und setzen diese in den einzelnen ländern um. jeff swartz, der enkel des firmengründers und heute charismatischer unternehmenschef, verbringt fast 40 prozent seiner zeit damit, solche projekte zu starten und andere firmen zu motivieren, dies auch zu tun. gleichzeitig halte ich meine mitarbeiter dazu an, in form unseres allübergreifenden geschäftsmodells „commerce & justice“ (handel & gerechtigkeit) zu denken und zu handeln.

was versteht man unter „commerce & justice“?
unsere mission ist es, menschen auszustatten, die ihre welt verbessern und positiv verändern wollen. wir sind der überzeugung, dass umsatzerfolge (commerce) untrennbar mit verantwortung an umwelt und gesellschaft (justice) verbunden sind. jeder, der weltweit mit timberland-produkten in berührung kommt - ob als verbraucher, geschäftspartner oder mitarbeiter - soll miteinbezogen werden, um diesen einfluss auf die gesellschaft zu erhöhen.

ihre mitarbeiter erhalten die möglichkeit, jährlich 40 stunden bezahlten urlaub zu nehmen, um selbst an aktionen teilzunehmen. über welche erfolge freut sich das unternehmen heute besonders?
wir sind stolz darauf, dass wir durch unseren einsatz menschen glücklich machen, lebensumstände zum positiven wenden oder durch baumpflanzaktionen einen kleinen beitrag für die umwelt leisten. das heißt aber nicht, dass wir schon am ziel angekommen sind. in den letzten neun jahren haben wir weltweit 430.000 stunden in unserem „path of service™“- programm (sinngemäß: „weg des dienens“) geleistet.

können sich organisationen oder hilfsbedürftige einrichtungen direkt an sie wenden?
wir vermeiden unkoordinierten aktivismus. so, wie es bei unserer warenproduktion ein qualitätsmanagement gibt, so gibt es auch eine struktur im unternehmen, um das engagement und die zusammenarbeit mit partnern zu planen und die zur verfügung stehenden mittel einzusetzen. dabei arbeiten wir weitestgehend mit fixen partnern zusammen.

haben sie das gefühl, dass ihre „make-it-better“’-mentalität auch andere internationale unternehmen inspiriert?
wir organisieren jedes jahr mindestens drei aktionstage, wie zum beispiel im frühjahr den „earth day“ und im herbst „serv-a-palooza“. hierzu werden viele unserer kunden und geschäftspartner zum mitmachen eingeladen. einige unserer kunden haben bereits ihr interesse bekundet, mit timberland zusammen aktionstage zu organisieren und ihre mitarbeiter dazu einzuladen. wir sprechen hier von namhaften, großen unternehmen.

die textilindustrie ist in den vergangenen jahren häufig für negative aspekte wie kinderarbeit, den einsatz gesundheitsschädlicher chemikalien und ihrem umgang mit natürlichen ressourcen kritisiert worden. welche rolle spielt „fair trade“ in ihrem unternehmen?
nach unserem verhaltenskodex arbeiten wir nur mit zulieferern zusammen, die sich an die gesetzlichen regelungen halten. er wurde in anlehnung an die „global human rights standards“ - die allgemeine erklärung der menschenrechte der vereinten nationen - entwickelt und besagt, dass timberland-produkte an arbeitsplätzen hergestellt werden müssen, die fair, sicher und nicht diskriminierend sind. dabei betreut ein international agierendes team von uns gemeinsam mit einheimischen organisationen die produktionsstandorte in punkten wie arbeitssicherheit und gesundheit, arbeitszeiten, löhne und mindestalter der mitarbeiter. wir begleiten die betriebe bei der umsetzung dieser standards und kontrollieren in abständen deren einhaltung.

worin unterscheiden sich ihre aktionen von reinen marketing-maßnahmen, die in erster linie der positiven reputation des unternehmens dienen?
unsere sozialen und ökologischen aktivitäten geschehen nicht aus marketinggründen oder weil es gerade „in“ ist, sich mit dem thema „csr - corporate social responsibility“ zu befassen. es sind auch keine einmaligen aktionen um in die presse zu kommen, es handelt sich vielmehr um eine kontinuierliche zusammenarbeit mit gemeinnützigen organisationen, mit denen oft eine langjährige verbindung besteht. wir laden befreundete journalisten und firmenpartner gerne ein, sich unseren bestrebungen anzuschließen. wenn sie darüber berichten, freut uns das natürlich – nicht um den namen timberland zu lesen, sondern weil dadurch andere aufmerksam gemacht werden.

als outdoor-spezialist kann sich die unternehmensphilosophie von timberland einer gewissen authentizität erfreuen. verfügt eine outdoor-marke gerade in bezug auf umweltschutz und ethisches engagement ihrer meinung nach über eine höhere glaubwürdigkeit?
die glaubwürdigkeit einer firma in sachen umweltschutz und sozialem engagement entspringt nicht dem nutzen ihrer produkte, sondern ausschließlich ihrem handeln. natürlich engagieren sich besonders hersteller von produkten für einen outdoor-orientierten lebensstil, für die erhaltung der natur, weil ihre produkte genau dort zum einsatz kommen. aber sind beispielsweise ein karl-heinz böhm (initiator der hilfsorganisation „menschen für menschen“) oder bono (politisch engagierter sänger der rock-band u2, anm.) weniger glaubwürdig, nur weil ihre namen nicht für outdoor-produkte stehen? es sind die taten, die zählen.

in der weltpolitik spielt das thema umweltschutz eine wichtige rolle und ist auch in den usa zum aktuellen wahlkampfthema avanciert. sehen sie ein risiko darin, dass der umweltschutz durch die stilisierung zum trend an gehalt verliert?
natürlich besteht diese gefahr, doch es sollte uns nicht davon abhalten, unsere argumente für das thema umweltschutz anzubringen. wir wissen, dass wir die welt nicht alleine verändern können. alleine sind wir nur ein tropfen, doch zusammen bilden wir einen ozean – das trifft auch auf unser ökologisches engagement zu.

welche antwort erhoffen sie sich von ihren kunden auf ihre frage „what kind of footprint will you leave“?
es ist bereits ein großer gewinn, wenn wir unsere kunden zum denken anregen, wenn wir sie motivieren, fragen zu stellen und umzudenken.

und welche antwort geben sie auf diese frage?
es würde mich schon freuen, wenn man mir nachsagen würde, dass ich bereits einen kleinen schritt in die richtung „make it better“ gemacht habe.
isabel baier
pool journal