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lively can
was passiert mit unseren täglich verwendeten gebrauchsgütern? sie landen irgendwann im müll. weg, vergessen, ohne weitere bedeutung. in letzter zeit jedoch besinnt man sich verstärkt der wiederverwertbarkeit, oft auch in kreativer art und weise. eine wahre kunstform definiert hat hier beispielsweise red bull mit seinen leeren getränkedosen: art of the can nennt sich diese ausrichtung und beflügelt menschen auf der ganzen welt.
„es gibt ein leben nach der dose,“ könnte das motto der kunstvollen kreationen aus alten getränkedosen lauten, die der energy drink-hersteller red bull mit seinen „art of the can contests“ vor einiger zeit ins leben gerufen hat. auch wenn das getränk ausgetrunken, die aluminiumdose keinen weiteren zweck zu erfüllen vorgibt, so lässt sich mit ein wenig ideenreichtum und einer portion unbefangenheit durchaus neues schaffen ... sogar sehr ungewöhnliches herstellen, wenn man sich die beeindruckenden ergebnisse der bemalten, gebogenen, gelochten, verformten, zusammengeschweißten, bedruckten und gefalteten skulpturen und kunstwerke der vergangenen jahre ansieht.
vor allem im amerikanischen raum betätigen sich künstler und hobby-kreative sehr engagiert an der fantasievollen wiederverwertung der dosen, lassen sich vom „befreienden“ glanz des dosen-designs und der kraftvollen symbolik der beiden aufeinander treffenden bullen inspirieren. der fantasie und gestaltungsmöglichkeit sind dabei keine grenzen gesetzt, wie die aktuellen „can-arts“ von den us-veranstaltungen in minneapolis und dallas vom vorjahr dokumentieren: sei es ein laufender hund, ein überdimensioniertes insekt, eine zarte ballerina, ein ringkampf der roboter, geschmackvoller hals- und ohrschmuck oder ein modisch gestylter metall-sneaker, die ergebnisse sind in jedem fall originell und witzig und zeigen, dass die mittel für kreativität oft näher liegen als man denkt.
helmut wolf
pool journal