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häufig gestellte fragen
worüber lachst du am liebsten?
ich lache besonders, wenn unsere kinder mich oder meine frau nachahmen und unsere argumente gegen uns verwenden. sie sind sehr kreativ und es ist wahnsinnig komisch, durch sie einen blick auf uns selbst werfen zu können!
wofür nimmst du dir besonders viel zeit?
abgesehen von arbeiten und schlafen verbringe ich wohl die meiste zeit mit meiner familie. viele stunden verbringe ich damit, mit meinen zwei kleinen söhnen lego zu spielen. ich spiele also nicht nur in der arbeit ... (lacht!).
mit welchem lego-teil spielst du am liebsten?
puh, das ist schwierig zu beantworten. wahrscheinlich mit allen 5.000 teilen ...
play up!
spielen bei der arbeit? für viele unternehmen denkunmöglich. dass spielen jedoch vielmehr ist als unproduktive „zeitverschwendung“, zeigt das spielzeugunternehmen lego mit dem konzept serious play. dabei sorgen figuren und bausteine nicht nur für spaß und freude sondern auch für effektivität.
wenn manager und führungskräfte mit lego-spielfiguren im seriösen besprechungszimmer hantieren, ist das schon ein lustiger anblick ... und das soll er auch sein. spaß und freude beim etwas anderen meeting und nebenbei auch noch mitarbeiter-potentiale erkennen, freisetzen und maximieren, das ist schon etwas besonderes. seit einigen jahren agieren die bekannten figuren und bausteine des dänischen spielzeugherstellers lego als hilfsmittel für strategieplanung und vereinfachung komplexer abläufe. dabei bauen die teilnehmer in so genannten „real time strategy“-sitzungen auf spielerische art die grundsätzliche identität ihres unternehmens auf: prozesse, kontakte, serviceleistungen und kernkompetenzen der firma werden in form von metaphern und geschichtenerzählungen dargestellt. auch die umgebung des unternehmens wird mittels bausteinen und figuren konstruiert. sinnhaftigkeit und verständnis mancher abläufe werden dabei spielerisch sicht- und begreifbar gemacht. „lego serious play”-direktor jesper just jensen erzählt im nachfolgenden gespräch, wieviel erwachsene von der spielerischen welt der kinder lernen können und wie sich komplexe unternehmensabläufe mit bausteinen vereinfacht darstellen lassen.

lieber jesper, sollten wir erwachsene uns die kinder und ihr spontanes denken und einfaches handeln nicht öfter zum vorbild nehmen?
da gibt es viele dinge, die wir erwachsene von den kindern lernen können, beispielsweise wie diese im täglichen leben agieren, wie sie denken usw ... wir beobachten bei unseren serious play-aktionen immer wieder, dass erwachsene leute die spielen, viel engagierter und in einer deutlich motivierteren lernverfassung sind. sogar durchaus ernste themen und komplexe probleme werden von spielenden menschen auf effektivere art und weise gelöst – und nebenbei wird bei diesen vorgängen auch ein angestrebtes ziel erreicht.

„ein kind kann einem erwachsenen immer drei dinge lehren: grundlos fröhlich zu sein, immer mit irgend etwas beschäftigt zu sein und nachdrücklich zu fordern, was es will“, meinte einmal der schriftsteller paulo coelho. was sagst du zu dieser aussage?
ich denke, diese aussage stimmt in jeglicher hinsicht! kinder haben einen fantastischen zugang zu vielen situationen des lebens. kinder sind viel geradliniger und drücken sich zumeist sehr klar und einfach aus, ohne diesen später heranwachsenden „filter“. einen ehrlichen und offenen dialog zu führen und dabei menschlichen emotionen sensibel zu begegnen, dies finde ich als besonders entscheidend, um den menschen zu helfen. durch diese offenheit und sensibilität kannst du probleme viel schneller lösen und findest zu besseren, solideren entscheidungen.

wer freude an der arbeit hat, erbringt auch mehr leistung, ist höher motiviert, entwickelt ideen. sollte „spielerisches lernen“ in unternehmen nicht generell einen höheren stellenwert einnehmen?
ja, definitiv! arbeit braucht spiel, spiel braucht arbeit! wir haben immer wieder beobachtet, wenn teilnehmer bei den „serious play“-prozessen spielen, dass sie sich deutlich mehr engagieren, sich länger konzentrieren und viel mehr einfallsreichtum in ihrem denken und handeln an den tag legen können. die möglichkeit, deine vorstellungskraft in eine arbeitssituation miteinzubeziehen - egal ob in einem strategischen, einem teamentwicklungs- oder in einem produkt-innovations-prozess - bereitet dich bei weitem besser auf das unerwartete vor. du bist sozusagen auf die szenarien, die entstehen können, viel besser vorbereit, weil du diese bereits in einer sicheren umgebung durchgespielt hast.

zu euren kunden zählen große, internationale unternehmen. wie vermittelst du einer firma, etwa aus dem dienstleistungsbereich, dass lego-teile strategische verbesserungen bringen können?
unser konzept ist keine leicht zu kommunizierende sache. für viele leute ist die verbindung zwischen lego-steinen und strategischer entwicklung oft nur schwer zu erkennen. es ist wirklich ein prozess, bis das menschliche potenzial in einer organisation erkannt, „entsperrt“ und maximiert wird. „serious play“ fördert einsicht, hingabe und vertrauen der teilnehmer, indem diese eine spielerische und geistige erfahrung machen. weltweit haben wir rund 300 firmen auf fünf kontinenten, die unser konzept bereits angewendet haben. praktisch gesehen handelt es sich hier um eine wissenschaftliche methode, wo organisationen geholfen wird, in effektiven meetings und unter einsatz von plastikbausteinen komplexe strategien zu vereinfachen.

alleine der anblick von lego-bausteinen in einem klassischen besprechungszimmer löst ja schon ein lächeln bei den beteiligten aus. welche reaktionen waren für dich die schönsten bei euren so genannten „real time strategy“-sitzungen?
ich bin immer wieder darüber erstaunt, wie schöpferisch die leute während eines „serious play“-prozesses sind. die methode ist sehr entschärfend, da konflikte gewissermaßen in konstruktive problemlösungen verwandelt werden. dabei wird dir zeit gegeben, geschichten und perspektiven in einem entspannenden umfeld darzustellen, zu reflektieren und dich mitzuteilen. in der ganz normalen besprechung tendieren die leute ja oft dazu, einander nicht gut zuzuhören. ehrlich gesagt, unterstützt die situation eines regulären meetings die teilnehmer nicht wirklich dabei, ansichten der anderen klar und deutlich zu verstehen, bevor es in den entscheidungsmodus geht ...

was hältst du von der idee, den großen politikern dieser welt bausteine von lego zu schicken, damit diese ihre anliegen zuerst einmal spielerisch testen können bevor sie den menschen übertragen werden?
nun ja, ich halte deine idee, „serious play“ für politiker einzusetzen, für sehr gut und relevant. gerade in der politik geht es ja um wirklich große gesellschaftliche probleme, die es zu lösen gilt. als „szenarien-tool“ für politiker ließen sich die bausteine sehr gut einzusetzen, um die auswirkungen bevorstehender entscheidungen erkennbar zu machen.
helmut wolf
pool journal