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war on white
im kern geht es beim wohndesign immer um eine mischung aus rationalen ansprüchen und emotionalen sehnsüchten. sofa, esstisch und schrank sollen eben nicht nur gut aussehen sondern im täglichen gebrauch einfach und tadellos „funktionieren“. dass diese formel aus „design follows desire“ auch auf kühlschränke und waschmaschinen anwendbar ist, zeigt electrolux mit dem projekt „war on white“.
die ansteigende individualisierung unseres lebensstils hat die grenzen zwischen den klassischen wohnbereichen zunehmend aufgehoben. immer unschärfer werden vormals klare abgrenzungen zwischen küche und wohnzimmer, zwischen arbeitsraum und privatem bereich, zwischen intimem schlafzimmer und gemeinschaftlicher ruhezone. die multifunktionalität vieler „more-in-one“-möbel macht es möglich, eine flexible umgestaltung schnell und unkompliziert durchzuführen. was soeben noch professionalität ausstrahlte und als büroraum genutzt wurde, kann mit einigen handgriffen in eine gemütliche, ansprechende privatsphäre umgestaltet werden. nach lust und laune wird der konferenztisch zum esstisch, der arbeitsplatz zur spiel- und freizeitzone. möbel erscheinen immer wieder in neuem licht, passen sich den jeweiligen tagesbedürfnissen an.
der tendenz zu individualität und gestalterischer freiheit im wohnbereich begegnet man auch bei den haushaltsgeräten. dies dokumentiert beispielsweise die electrolux gruppe mit ihrem spannenden „war on white“-projekt. dabei stehen, wie der name schon sagt, in erster linie ungewöhnliche muster, farben und designs im vordergrund, welche vorrangig in „langweiligem“ weiß gehaltene haushaltsgeräte in modisch attraktive designobjekte umgestalten. waschmaschine, kühlschrank und staubsauger verwandeln sich von reinen nutzgeräten in multifunktionale möbel, die auch als „eyecatcher“ stärker in den wohnraum gerückt werden können. was vor einem jahr auf der modemesse prêt-à-porter paris „am laufsteg“ ihren ausgang genommen hat, wurde heuer wieder mit einigen weiteren, ausgeklügelten prototypen fortgesetzt. dabei ist der schwedische hersteller für haushaltsgeräte unter anderem mit der international vernetzten modeschule esmod berlin oder den französischen fashion-designern marithé und françois girbaud kreative kooperationen eingegangen. als oberste prämisse beim heranreifen der „war on white“-geräte galt es, die verbindung von funktionalität und mode zu vertiefen und die vorherrschende „pflichtfarbe“ weiß-in-weiß mit innovativen design-elementen zu neutralisieren. die ergebnisse sind jedenfalls sehr außergewöhnlich ausgefallen. kühlschränke wie die so genannten „screenfridge-modelle“ mit integriertem touchscreen und internetanschluss, wurden mit elegantem leder, aufwendigen malereien oder sensibel verzierten musterungen zu wahren kunstwerken stilisiert. auch die im schlichten schwarz gehaltene haushaltsgeräte-kollektion „inspiré par noir“ macht aus jeder waschmaschine, aus jedem geschirrspüler ein designerstück. die zeiten, wo haushaltsgeräte irgendwo im keller oder hinter schränken und verkleidungen versteckt werden mussten, scheinen jedenfalls vorbei zu sein. spätestens ab kommendem jahr, wo die ersten „war on white“-produkte dann am markt erhältlich sind.
helmut wolf
pool journal