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light art
die symbolkraft von coca cola war von jeher inspirationsquelle für künstler und kreative. als marke, als getränk und als design-objekt findet „coke“ in vielen unterschiedlichen filmgenres, kunstprojekten und literaturgattungen ihren niederschlag. mit den prämierten arbeiten der coke light art edition 2006 wurde wieder einmal deutlich gemacht, wie kreativ anregend die zeitlose limonaden-flasche auf die kunst wirkt.
wenige massenprodukte haben es geschafft, sich über so viele jahrzehnte bei unterschiedlichsten sozialen schichten, kulturen und gesellschaftsgruppen eine derart hohe glaubwürdigkeit zu bewahren. die kraftvolle aura von coca cola ist damals wie heute ungebrochen und wahrscheinlich das beste beispiel dafür, wie sich kunst, konsum und alltagskultur gelungen miteinander verbinden lassen. „coke“ findet sich an jedem punkt dieser erde wieder, der geschwungene schriftzug gilt als vertrautes zeichen ewig anhaltender jugend und der erfrischende geschmack des getränks zählt zur kollektiven sinnesessenz der limonade schlechthin. von der form und ästhetik der konturflasche ließen sich große filmemacher wie billy wilder oder martin scorsese ebenso beflügeln wie bedeutende künstler des 21. jahrhunderts à la marcel duchamp, josef beuys bis zu den pop-art-stilisten robert rauschenberg, jasper johns oder andy warhol. war es in der vergangenheit zumeist so, dass sich viele kunstschaffende ohne zutun des unternehmens mit der marke auseinander gesetzt haben, so wurde nun mit der „coke light art edition 2006“ ein von coca cola selbst initiiertes projekt für die künstlerische selbstreflexion ins leben gerufen. dabei wurden 14 österreichische kreative über eine kuratorennominierung eingeladen, sich mit der marke und der typischen flasche auseinander zu setzen. als leitbilder galt es, „mut für intuition, individualität und courage für den eigenen weg“ künstlerisch zu interpretieren. die „coke light“-flasche sollte dabei nicht nur als träger der kreativen botschaft fungieren, sondern auch als autonomes kunstwerk definiert werden.
bei der auswahl der preisträger rückte die unabhängige jury kommerzielle und ästhetische kriterien deutlich in den hintergrund, um ausschließlich schöpferischen aspekten den vorrang zu geben. zu preisträgern gekürt wurden schließlich drei künstler bzw. künstlergruppen, die mit ihrem konzeptuellen zugang die kuratoren überzeugen konnten: manfred erjautz für seine papierweiße flaschen-interpretation „with out“, lord jim loge powered by monochrom für das logo-kunstwerk „keiner hilft keinem“ sowie die künstlergruppe bad beuys für den „flaschentrockner“. neben dem preisgeld von jeweils 5.000 euro werden die arbeiten in form von 150.000 art bottles in erster linie über ausgesuchte top-gastronomen an den konsumenten gelangen. sollte das projekt in der kunstwelt und bei den konsumenten auf „fruchtbaren boden“ fallen, so sind in zukunft weitere art-editionen geplant.
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