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made for walking …
seit 180 jahren ist die englische schuhmarke clarks ihren idealen treu: das unternehmen steht für komfortable schuhe, wie gemacht für menschen, die ein halbes leben darin verbringen.
wir schreiben das jahr 1825, schauplatz ist ein beschauliches dörfchen in england. in somerset (streets) ging cyrus clark dem beruf des gerbers nach. schaffelle waren seine spezialität. sein bruder james half immer wieder aus – und schuf 1830 ein produkt, das das leben der beiden brüder verändern sollte. mit dem ersten schafsleder-slipper legte er den grundstein zu einem weltweiten schuh-imperium. schon bald lief die produktion auf hochtouren, die erste manufaktur wurde zum vorzeigebetrieb der industrialisierung. das erfolgsrezept der gründer: modelle, die der natürlichen form des fußes angepasst waren. eine revolution in zeiten, als schuhe noch entweder bockig hart oder eng geschnürt waren. neue technologien und materialien, massenproduktion und wirtschaftsaufschwung waren der motor der expansion, die die nachfolgende generation john, roger und alice clark erleben durfte. ihre damenschuhe waren in england zum marktführer geworden.
doch das sollte nicht alles sein: mit dem ende des zweiten weltkrieges wandte sich clarks den weltmärkten zu. der durchbruch kam in den 1950er jahren, als nathan clark das schuhmodell „desert boot“ schuf. als inspiration diente ihm ein mitbringsel aus kairo: der knöchelhohe schuh war so simpel wie genial und für ganze generationen der schuh schlechthin. ebensolch großer popularität erfreute sich das modell „wallabee“. ein einfacher mokassin mit der typischen crepe-sohle, von lance clark in den 1960er jahren entworfen, der heute aus der familie der clarks klassiker nicht wegzudenken ist. „desert boot“ und „wallabee“ – und viele andere modelle – erfreuten sich geschlechterübergreifend großer beliebtheit. nicht nur das: auch kindern wurden clarks-schuhe zu treuen begleitern. ob für die ersten gehversuche oder den schritt ins erwachsenenleben – das hohe maß an komfort und passform überzeugte auch die junge generation. so wie clarks es verstand, sich stetig zu verjüngen, wusste das unternehmen auch, dass es galt, niemals stehen zu bleiben. investitionen in forschung und entwicklung machten sich besonders ab den 1970er jahren für das unternehmen bezahlt. damals trumpfte die marke mit der einführung von polyurethan als sohlenmaterial, später dem active air system oder der neuheit „springer“ – allesamt entwicklungen, die noch mehr komfort versprachen. neben dem traditionellen vertriebsweg über schuhfachgeschäfte begann die marke ab den 1980er jahren in den usa eine eigene handelskette aufzubauen. heute vermitteln weltweit 785 clarks-mono-shops und 1.405 shop-in-shops das lebensgefühl der schuhbrand. mit 40 millionen verkauften paaren pro jahr zählt clarks zu den ganz großen im schuhgeschäft. trotz aller expansion: noch immer laufen im englischen somerset in streets die fäden zusammen. fast 14.000 angestellte sorgen für einen umsatz von 1,4 milliarden euro – eine erfolgsgeschichte, die sich cyrus und james clark nicht schöner träumen hätten können.
martina müllner
pool journal