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the future pioneer
der zukunftspionier ist vorne, ganz vorne. er sieht den horizont weiter und ahnt als erster, was kommen wird, lange noch vor dem heer der mit- und nachläufer. der zukunftspionier ist unruhig, immer in bewegung. er fragt, sucht, beobachtet und träumt schärfer als die anderen.
in seinem territorium ist er „front“-runner. er ist es, der die grenzen sprengt, unbekanntes land betritt. und dafür braucht er mut, den mut voranzugehen wie ein späher, ein waldläufer. mut, eine vision zu haben, an sie zu glauben. der zukunftspionier hat mut, denn er ist pionier. er lässt sich nicht ein morgen vorsetzen, den weg, die welt, die ihm unbehaglich ist. schaffen will er dieses morgen aus eigener kraft, unermüdlich, traumwandlerisch. setzt den träumenden in die wüste - er findet das wasser! jeder andere wäre längst verdurstet, gescheitert, hätte sich zurückgereiht ins mittelmaß. doch nicht der zukunftspionier. er will seine ideale verwirklichen, will nicht in einer zukunft aufwachen, die andere für ihn vorgedacht, vorgekaut, „vorerfunden“ haben. die zukunft zeigt sich in ihm, lange bevor sie für die anderen eintritt. er weiß, die zukunft liegt in den händen jener, die der kommenden generation triftige gründe geben, zu leben und zu hoffen.
nein, der zukunftspionier segelt allen voran. er richtet seinen kurs nicht nach dem tross der mitschiffer aus sondern hat seinen eigenen kompass. nicht die winde und wellen bestimmen seinen kurs. wehe dem, der sein ziel nicht kennt, er wird sein leben lang im kreis segeln! der zukunftspionier kennt, ja bestimmt sein ziel. er ist der fackelträger des künftigen. der erfinder des neuen. er begreift das ständige erschaffen des morgens als seine pflicht, aber auch als chance. und damit ist er der gefragte brückenbauer, der „pontifex“ zwischen alter und neuer welt, zwischen dies- und dem jenseits. der zukunftspionier wird zum lang ersehnten eisbrecher aus regionen der erschlaffung für alle im eis gefangenen.
zukunftspioniere wachen früher auf, nützen die stunde. wer will kann schon längst und wer zu spät kommt, ist bald nicht mehr da. schon von daher empfinden sie leben intensiver als die tagwerker. nicht für lohndienste, für frohn- und leiharbeit sind sie zu haben. deshalb sperren sie den zukunftspionier auch ein. sie sperren ihn weg, um die restliche welt vor seinen ideen zu schützen. nichts ist mächtiger als eine idee, deren zeit gekommen … hirn- stärker als massenströme. der zukunftspionier lebt nicht für sich. er lebt für das morgen. doch keiner kennt das hinterland des heute und die gewässer des gestern besser als er. wenn sich die andere verlieren, erfindet er … leben.
der zukunftspionier erfindet leben, besseres leben. er findet und schafft das bessere. seine feinde sind die, die es nur allzu gut mit uns meinen. das gute ist nicht des zukunftspionier freund. daher darf er nicht zaudern, darf nicht verharren in der trägen behaglichkeit des eingewohnten, in den ohnmächtigen miseren der jetztzeit, in der logik des gestern. der zukunftsschaffer sucht, erspürt, erfindet - und findet lösungen. zukunftsfähige lösungen. er beschreitet wege die neu sind, innovativ, kreativ, und die hinaus zu neuen ufern führen, zum kontinent der zukunft. auch wenn er erst ein paar küstenlinien kennt, und die landkarte noch voll von weißen flecken ist: der zukunftspionier hat eine karte! wer von den stubenhockern kann das schon behaupten?! wohin segelt der, der keine karte hat?
der zukunftspionier hat seine karte zum kontinent des besseren lebens. er weiß, dort wird vieles anders, klüger, fairer, feiner, schöner, freier sein. der zukunftspionier hat in seinem herzen die lösungen, zukunftsfähige lösungen. der kontinent der zukunft liegt unmittelbar ausgebreitet vor ihm. er entsteht aus und in seinem herzen. wir brauchen ihm nur zu folgen, dem zukunftspionier, nur den kontinent in uns betreten.
alfred w. strigl
pool journal