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häufig gestellte fragen
deine liebste wanderstrecke?
meine liebste wanderstrecke ist die route des hiking trails der „tour du mount blanc“. die landschaft zwischen frankreich, italien und der schweiz ist einfach wunderbar und sehr faszinierend.
deine favorisierte stadt?
für mich ist das meine heimatstadt san francisco. diese stadt bietet soviel abwechslung, hat eine wunderbare outdoor-kultur und du findest viele weltoffene menschen.
dein schönstes erlebnis in den bergen?
mein schönstes bergerlebnis war ein sololauf durch die italienischen dolomiten. ich bin 20 stunden alleine gelaufen, habe 150 km zurück gelegt – ein unglaubliches erlebnis.
dein liebstes bekleidungsstück?
unsere „nuptse“-jacke. eine perfekte jacke, die mich in den bergen warm hält und in der stadt super aussehen lässt.
how far can i go?
der mensch war schon von jeher eine sehr neugierige spezies. immer auf der suche nach dem unbekannten, den eigenen grenzen. „never stop exploring“, lautet auch die grundphilosophie der outdoor-marke the north face. deren „president“ topher gaylord lebt diesen forscherdrang mit leib und seele, was im nachfolgenden gespräch unweigerlich zu seinen elementaren lebensaspekten führt.
die natur gibt den menschen viele antworten auf essentielle fragen. woher kommen wir? wohin gehen wir? und vor allem: wie weit können wir (noch) gehen? trotz enormen fortschritts und hoher technologisierung sind nicht nur viele fragen der menschheit bis zum heutigen tag ungelöst. vieles scheint weit komplizierter und unüberschaubarer zu sein als je zuvor. gerade in zeiten zunehmender dynamisierung und virtualisierung bleiben die „wahren lebenswerte“ zumeist im verborgenen. schon von jeher zog es deshalb viele menschen in die natur, in die berge, in die entlegensten winkel unserer erde, um vielleicht dort antworten, gar „die“ antwort, zu finden.
auch douglas coupland, gründer der us-outdoor-marke „the north face“ (tnf), war in seiner weise ein „suchender“. als leidenschaftlicher bergsteiger hat er vor 40 jahren in san francisco den outdoor-store „the north face“ eröffnet und damit eine fashion- und equipment-welt für entdecker, abenteurer und grenzgänger aller herren länder geschaffen. schon die namensgebung entstammt der rauen, der kältesten seite am berg: der nordseite. damit soll das überwinden großer herausforderungen, hindernisse und grenzen symbolisiert werden - sowohl beim sport als auch im leben. heute gilt die „weltmarke“ tnf als eine der erfolgreichsten, globalen outdoor-marken und bietet nicht nur kletterern, bergsteigern, tourenskigehern und forschern hochqualitative ausrüstung sondern findet auch bei vielen urbanen zeitgenossen zunehmend beliebtheit. das breite produktportfolio reicht in der zwischenzeit vom sturmresistenten „high end“-zelt bis zur hochfunktionellen outdoor-jacke und allround-footwear.
auch topher gaylord, 36, seit dem vorjahr geschäftsführer von „the north face“ und verantwortlich für alle weltweiten märkte außerhalb nordamerikas, nährt aus seiner passion des bergsteigens, skifahrens, windsurfens und laufens seine verantwortungsvolle aufgabe des weltweiten markenaufbaus. „never stop exploring“ steht für gaylord nicht nur als unternehmensmotto sondern als persönlicher lebensleitsatz.
in den letzten jahren hat sich der in san francisco geborene outdoor-fan zum leidenschaftlichen „trail-runner“ entwickelt. schon einige male hat er die 160 km lange, jährlich stattfindende „tour du mont blanc“ rund um den höchsten berg europas bestritten. wie fühlt sich ein mensch, nachdem er gerade 160 km in den bergen gelaufen ist? der agile „president“ umschreibt das feeling danach mit einer mischung aus glücksgefühl und einem zutiefst reinen, mental erfrischenden zustand. für gaylord ist laufen aber nicht nur eine sehr einfache art des ausgleichs zu den doch oft sehr anstrengenden business-aktivitäten, sondern auch die möglichkeit, der frage nachzugehen: wie weit kann der menschliche körper gehen - oder vielmehr laufen? über seine liebe zum draußen sein, zur bewegung und dem unternehmens- und lebensleitsatz „never stop exploring“ kann topher gaylord einiges erzählen.

lieber topher, die sehnsucht nach den bergen, nach dem „abenteuer natur“ ist stark im anwachsen - gerade bei vielen urbanen menschen aus der großstadt. worauf führst du diese entwicklung zurück und wie reagiert ihr auf diese entwicklung?
ich denke, grundsätzlich war es immer schon ein elementares bedürfnis der menschen - gerade das der stadtmenschen - draußen zu sein. wenn du dir heute ansiehst, wie outdoor-bekleidung verstärkt auch in der stadt getragen wird, so ist das der versuch, sich der natur zu nähern, sich ein stück natur in die stadt zu holen. in unserem fall ist es jetzt nicht so, dass wir gesagt haben, wir folgen diesem trend und wollen eine lifestylemarke werden. wir bleiben stets unserem grundsatz treu, immer die beste qualität und ausrüstung für draußen zu kreieren, egal ob diese für den berg oder für die stadt gebraucht wird. unsere authentizität entstammt unserer herkunft als outdoor-marke. etwas anderes würden die konsumenten nicht als glaubwürdig erachten.

die menschen sind heute sehr sensibel, gerade wenn sich unternehmen von ihrer ursprünglichen philosophie entfernen. wie siehst du das?
ja, absolut. betrachte doch nur einmal, wie viele marken aus den sport- und outdoor-segmenten sich als lifestyle-brands definieren. oder umgekehrt, wie high fashion-brands sich plötzlich mit hochfunktioneller outdoor-bekleidung befassen. ich meine, es ist ganz wichtig, sich immer seiner herkunft bewusst zu sein, als marke glaubwürdigkeit zu bewahren. gerade in unserem so hochtechnologischen zeitalter, wo zumeist nur virtuelle und inszenierte botschaften kursieren, wird das festhalten an den „wahren werten“ zum wichtigsten sinnbild für authentizität. marken, die den schnell wechselnden trenddiktaten widerstehen, konsequent ihren weg verfolgen, sind für mich die unternehmen der zukunft. der konsument sucht nach diesen „echten“ marken und gibt dafür durchaus gerne mehr geld aus.

in bezug auf echtheit und authentizität stößt man ja auch auf das thema „technologisierung“. wir blicken heute mehr auf computer-bildschirme und displays als auf eine wiese oder in den wald ...
richtig. auch wenn sich unser unternehmen mit virtualität auseinandersetzt und wir von der sogenannten outdoor-industrie sprechen, so vermittelt dieses segment noch immer eine gewisse verbindung zur natur, zum draußen sein, zum draußen leben. wir verstehen uns als label, das einen brückenschlag zur natur herstellt. unsere produkte helfen dir, die wurzeln und ursprünge unseres daseins zu entdecken. wir haben bei „north face“ eine markenbotschaft, die lautet: „never stop exploring“. es gilt eben, nie aufzuhören, nach den wesentlichen dingen im leben zu streben, nie stehen zu bleiben, immer neugierig zu bleiben. all die basiselemente, der kern der menschheit liegen in der natur „vergraben“. du kannst noch soviel arbeiten, dich mit noch soviel information und neuester technologie umgeben, wahre zufriedenheit erlangst du erst im einklang mit der natur und deiner umwelt.

„the north face“ hat es geschafft, sowohl beim bergsteiger als auch beim modisch orientierten streetwear-fan glaubwürdigkeit zu erlangen. wie schafft man diesen spagat zwischen den beiden welten?
oberste priorität hat bei uns die produktqualität. wir sehen uns als premium-marke, wo innovation und qualität für all jene menschen geboten wird, die in den bergen, beim sport an ihre grenzen stoßen. damit inspirieren wir sicherlich viele menschen, die vielleicht noch nie hochalpin klettern, ski- oder snowboard-fahren waren. in dem moment, wo sich jemand eine unserer funktionellen jacken anzieht, wird er zum teil dieses lebensgefühls, zum teil der (outdoor-)„community“. natürlich wird auch die funktion im urbanen alltag immer wichtiger. die leute sind heute viel unterwegs, wollen auf funktionellen komfort bei der kleidung nicht verzichten. unsere designer und produktmanager stehen deshalb nicht nur im engen kontakt zu unseren gesponserten skifahrern, snowboardern und bergsteigern, um funktionelle basics mit einfließen zu lassen, sondern versuchen dabei, neben der qualität, auch den modischen aspekt nie außer acht zu lassen.
ein gutes beispiel für die gelungene, modische verbindung zwischen outdoor-sports- und urban-wear ist unser jackenmodell „nuptse“, benannt nach einer bergspitze nahe dem mount everest. diese jacke ist eines unserer bestverkauften modelle sowohl für den extrembergsteiger als auch für den urbanen konsumenten. oft liegen die funktionellen ansprüche des bergsteigers und des stadtbewohners näher als man denkt ...

derzeit toben überall die preisschlachten. diskont gegen design, quantität gegen qualität, billig gegen teuer – wie lässt sich der höhere preis für das „north face“-produkt beim verbraucher nachvollziehbar darstellen?
grundsätzlich ist es wahrscheinlich bei einer outdoor-marke etwas einfacher, den höheren preis nachvollziehbar zu gestalten als in anderen segmenten. das wasserabweisende, atmungsaktive material und hohe produktfunktionalität haben eben ihren preis. das wissen die verbraucher sehr genau. wir haben uns in der langjährigen firmenhistorie nie nach preisen sondern immer nur nach den bedürfnissen der bergsteiger, der läufer und der outdoor-athleten orientiert.

worin liegen die grundsätzlichen unterschiede im kaufverhalten europäischer und amerikanischer konsumenten? hat der bergsteiger oder jugendliche streetwear-fan in den usa andere erwartungen an das produkt als jener aus europa?
der große unterschied zwischen den märkten usa und europa liegt bei der passform und der farbgestaltung. der amerikanische konsument bevorzugt eher die weitere passform, der europäische tendenziell die körpernahe formgebung. farblich tendieren amerikanische kunden eher zu hellen farbtönen, europäische konsumenten bevorzugen zumeist zurückhaltende naturfarben. die technischen features bleiben grundsätzlich gleich, schließlich hat der amerikanische bergsteiger dieselben anforderungen wie der europäische.
helmut wolf
pool journal