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in the air
luft ist nicht nur zum atmen da. luft eignet sich auch hervorragend als dämpfung für sportschuhe. diese erkenntnis zogen die produktentwickler von nike vor mittlerweile fast 30 jahren. so richtig sichtbar für den konsumenten wurde die berühmte luftkammer im schuh erstmals 1987 mit dem modell „air max“. nun sorgt sein ehrwürdiger nachfolger air max 360 für ein besonders weiches, luftgedämpftes laufen und gehen.
es war so etwa 1977, als der nasa-luftfahrtingenieur frank rudy bei nike auftauchte. rudy erklärte, er könne eine dämpfung für schuhe anbieten, deren dämpfungsvermögen nie nachlässt. er holte eine blase aus so genanntem polyurethanfilm aus seiner tasche, die mit gas gefüllt und so versiegelt war, dass, egal welcher belastung man diese blase aussetzte, kein gas entweichen konnte. niemand konnte damals erahnen, welche schuhtechnische revolution hier soeben geboren worden war. nach etlichen tests und entwicklungsphasen wurde 1979 schließlich das laufschuhmodell „tailwind“ lanciert, welches erstmals diese dämpfungstechnologie beinhalten sollte. die luftkammern im „tailwind“ jedoch blieben (noch) im inneren des schuhs verborgen. der durch luft gedämpfte unterschied zu bisherigen sportschuhen mit dämpfungen aus kunststoffschaum war aber schon deutlich zu spüren. nach jahren des experimentierens und gemeinsamen entwickelns zwischen händlern und läufern kam schließlich nike-designer tinker hatfield auf die idee, die mittelsohle mit einer art fenster an den seiten zu versehen. damit sollte die bisher nicht ganz verständliche, weil nicht sichtbare, air-technologie nach außen getragen und für den konsumenten visualisiert werden. zudem käme damit auch ein ganz neuer design-aspekt zum zug, der den schuh neben dem laufsport auch für den lässigen streetstyle kompatibel machen sollte. 1987 kam es schließlich zur markteinführung des legendären „air-max“-schuhmodells und damit zu einer großen erfolgsstory. der schuh beinhaltete 50 % mehr dämpfungsvermögen als bisher und war extrem langlebig. es freuten sich einerseits sportler und läufer über eine deutlich leistungsstarke performance und andererseits mode-affine konsumenten über einen „stylishen“ sneaker mit hochfunktionellem komfort.
fast 20 jahre nachdem der „air max“ das licht der straßen und laufstrecken dieser welt erblickt hatte, kommt nun ein würdiger nachfolger auf den markt: der „air max 360“. dieser gilt als eine art reminiszenz an das ursprungsmodell. mit der „360°- air-dämpfung“ wurde erstmals eine mittelsohle erreicht, die vollständig ohne schaum auskommt. damit wurde das gewicht des schuhs deutlich reduziert, eine gesteigerte dämpfung und eine hohe langlebigkeit erreicht. in bezug auf die design-gestaltung wurden nur leichte modifizierungen vorgenommen, an der formgebung nur wenig verändert. dies kann einerseits auf die würdigung des ersten „air max“ zurückgeführt werden, viel mehr gilt wahrscheinlich der aspekt, dass mit dem vor rund 20 jahren entwickelten designs des „air max“ ein überaus zeitloses schuhdesign erfunden wurde.
helmut wolf
pool journal