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the hero and his shoes
sein spitzname entstammte von clyde barrow, dem populären räuber aus „bonnie & clyde“, dessen markenzeichen breitkrempige filzhüte waren. mit den „new york-knicks“ verbindet ihn eine zehnjährige nicht nur wilde sondern auch erfolgreiche basketball-karriere. er liebte es, sich auffällig zu kleiden und wurde schließlich zu einer style-ikone.
walt „clyde“ frazier im gespräch mit pool über die große bedeutung von sport, über pelzmäntel und den relaunch des puma-klassikers „clyde“-sneaker.

lieber walt, du bist ja gar nicht so groß wie ich dachte – wie groß bist du tatsächlich?
ich bin 1,95 m.

du bist in atlanta, im us-staat georgia, aufgewachsen. was hat dich während deiner kindheit und jugend am meisten beeinflusst?
schon immer habe ich sport geliebt. auch als ich in der pubertät war, habe ich viel sport betrieben. ich spielte baseball, basketball und football. ich war jeden tag draußen an der frischen luft und wenn es mal regnete, habe ich meistens unsinn getrieben. sport hat schon immer eine große rolle in meinem leben gespielt.

warum hast du dir aus all den sportarten gerade basketball ausgesucht?
während meiner schulzeit spielte ich lieber football. ich wusste schon damals, dass ich eines tages sehr gerne professioneller sportler sein wollte. da es zu dieser zeit noch keine „black quarterbacks“ gab, dachte ich mir, es sei besser, mich auf basketball zu konzentrieren. das entwickelte sich schließlich auch ganz gut für mich ...

war basketball spielen damals anders als heute?
in den 70er-jahren waren die spieler viel näher am publikum. wenn du aufs feld gekommen bist, bist du an den leuten auf den zuschauerbänken vorbeigegangen. nach den spielen gaben die spieler autogramme und plauderten mit ihren fans. ich habe das sehr gerne gehabt. heute ist das ganz anders. die spieler kommen abgeschirmt vom publikum aufs spielfeld und auch der kontakt zu den fans ist bei weitem distanzierter geworden.

du wurdest durch deine pelzmäntel, die engen anzüge und extravaganten hüte zu einer art style-ikone. wie hast du das empfunden?
mode und ankleiden hat mir grundsätzlich schon immer gefallen. als ich noch klein war, achtete meine mutter sehr darauf, dass meine acht geschwister und ich nett angezogen waren. es war egal, ob du die gleiche kleidung jeden tag getragen hast, die hauptsache war, dass diese ordentlich und sauber war. als kind habe ich gerne die hemden und anzüge meines vaters getragen, posierte damit vor dem spiegel. ich versuchte niemals wirklich ein bestimmtes „mode-statement“ abzugeben. ich habe es eben immer sehr geliebt, mich schön und anders als die meisten anderen menschen zu kleiden.

du bist damals viel auf partys unterwegs gewesen, hast wahrscheinlich sehr viele interessante leute getroffen ...?
ich bin tatsächlich viel unterwegs gewesen, aber mein ausreichender schlaf war mir überaus wichtig, denn ich wollte immer mein bestes auf dem spielfeld geben. außerdem war ich sehr schüchtern. ich habe zwar viele berühmte leute gesehen, aber gesprochen habe ich mit den wenigsten von ihnen.

was ist das für ein gefühl, den „clyde“-schuh nach 30 jahren wieder in neuer version aufleben zu sehen?
es ist eine riesige ehre für mich. ich hätte nie gedacht, dass das geschehen würde. ich war wahrscheinlich der erste spieler, der jemals dafür bezahlt wurde, dass er sneakers trägt.

hast du noch irgendwelche originalen „clyde“-modelle?
nein, leider nicht. ich hab mir nie welche behalten, das ist wirklich schade.

hast du noch irgendwelche deiner kleidungsstücke aus den 70er jahren?
auch nicht wirklich, ich habe nur ein paar wenige meiner nerzmäntel behalten.

was ist dein liebstes kleidungsstück?
ich trage sehr gerne elegante anzüge.
interview: kaisa larkas
pool journal