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häufig gestellte fragen
was bewegt dich am meisten?
ehrlichkeit
was verbindest du mit dem begriff schönheit?
menschen mit visionen, mut, energie, viel lebensfreude und der fähigkeit, den moment zu genießen.
was betrachtest du besonders gerne?
japanischen denim. es gibt keinen anderen stoff, der so lebendig ist und damit schon fast eine seele besitzt!
was ist dein lieblingsort?
der aufenthalt im sonnenlicht
in welcher kleidung fühlst du dich am wohlsten?
in blue jeans mit einem vintage-underwear-t-shirt und old-school-sneakears
1972
es war einmal ... wer eine geschichte hat, kann darüber erzählen. interessante geschichten finden viele zuhörer. historische ideen, die über jahrzehnte anhaltend emotionalisieren und begeistern werden meist auch als kult gehandelt, erfreuen sich über eingeschworene fangemeinden. dazu gehören vor allem viele modeprodukte. auch das schwedische unternehmen marc o’polo hat so seine geschichte.
als marc o’polo im jahr 1972 anlässlich der olympischen spiele ein sweatshirt namens „campus“ kreierte, konnte noch keiner ahnen, dass es drei jahrzehnte später so lebendig wie nie zuvor am markt erscheinen würde. zeitlos und modern, hört man ja sehr oft in der heutigen zeit. jedoch bei produkten, die über einen besonders langen zeitraum hinweg zum gesellschaftsbild gehören, immer jung bleiben, wird ihr hoher status und ihre berechtigung in der gesellschaft noch verstärkt, zudem wird ein angenehmes vertrauen geschaffen. mit dem geburtsort „stockholm“ in schweden, wo die firmenzentrale steht, mit der jahreszahl „1972“ und dem „c“ für campus verfügt die junge modelinie von marc o’polo jedenfalls über drei geschichtlich einzementierte säulen, auf die nun aufgebaut wird. hosen, jacken und strickwesten visualisieren dabei aber nicht nur vergangenheit, sondern jugendlich-dynamischen spirit. wie das so geht, altes und neues zu vermischen, erzählt katerina grigoriadis , 32, headdesignerin der marc o’polo-linie „campus women & men“.

originalität, authentizität ist gerade in der mode heute sehr wichtig. die menschen suchen nach „echten“ marken mit historie. woher glaubst du, kommt diese sehnsucht nach ursprünglichkeit?
labels mit langer historie erzählen eine geschichte. deshalb sind sie authentisch. eine jeans beispielsweise, die an eine originale hose eines bauarbeiters aus den 30er jahren angelehnt, nachempfunden ist. historie gibt einem kleidungsstück eine seele und damit lebendigkeit, und das ist es, was das tragen einer „echten“ marke besonders macht.

was glaubst du, vermittelt die jahreszahl „1972“, das geburtsjahr der campus-linie, das auf vielen kleidungsstücken der kollektion zu sehen ist, einen jungen konsumenten der erst viel später geboren wurde? schwebt da ein verklärtes „friede, freude, eierkuchen“-hippie-feeling mit...
...eher das gefühl, ein label mit historie zu tragen.

hast du als designerin einen bestimmten menschentypen vor augen, bei dem du sagst: „für den oder die ist unsere mode gemacht“, oder fängt man da eher intuitiv an, ein kleidungsstück zu entwickeln?
...immer intuitiv! ich glaube, nur so kann man eine interessante kollektion entwickeln. ideen müssen aus einem gefühl heraus entstehen, nicht kopfgesteuert.

gerade schweden scheint ja ein guter boden für weltweit erfolgreiche produkte, konzerne zu sein, siehe h & m, ikea, absolut usw. auch die wurzeln der „campus“-linie liegen in stockholm. was glaubst du, ist das besondere an der schwedischen mentalität, die es oft schafft, einen globalen stil zu kreieren?
dass sie nicht engstirnig sondern immer offen für neues ist, zudem ästhetik, lässigkeit und internationalität besitzt.

individualität prägt unsere gesellschaft. jeder sucht seine eigene linie, seinen persönlichen stil. dabei wollen wir alle jedoch irgendwo „dazugehören“, nicht außenseiter sein. kann man mit mode ein gemeinschaftsgefühl schaffen?
...eher mit dem träger dieser mode, der einen bestimmten stil und look verkörpert und das gefühl entstehen lässt „auch so ausschauen“ zu wollen.

die grenzen zwischen junger und „erwachsener“ mode werden immer unschärfer, mit ausnahmen bei extremer skate-, hiphop- oder punkwear etc. leute, die mit club- und streetwear aufgewachsen und heute über dreißig, über vierzig jahre sind, bleiben diesen coolen styles treu. wie siehst du diese entwicklung? sollte es da deutliche grenzen geben, oder muss das jeder für sich entscheiden?
solange die mode zum träger passt..., das heißt, authentisch und selbstverständlich ist, nicht wie eine verkleidung wirkt, soll jeder die styles tragen, in denen er sich am wohlsten fühlt.
helmut wolf
pool journal