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häufig gestellte fragen
was inspiriert dich besonders?
als triebfeder meiner tätigkeit gilt, vielleicht nur einmal etwas so ähnlich schönes zu kreieren, als das, was die natur uns bietet.

dein liebster ort?
die natur. ich habe keinen bestimmten lieblingsplatz, eher viele und die liegen alle in der natur.

der lieblingsplatz, um eine vase mit blumen hinzustellen?
überall dort, wo ich meine, dass sie hinpasst und wo ich sie bestmöglich sehen kann.

deine lieblingsblumen?
ich habe viele lieblingsblumen, die pfingstrose ist sicherlich eine davon. auch blumen, die am ufer eines flusses wachsen, wie orchideen, windröschen, krokus, veilchen, tulpen, lilien und viele mehr ... ich liebe nahezu alle blumen.
say it with flowers
„für meine vasen sind die blumen darin wichtig,“ zeigt sich die dänische designerin lin utzon betont zurückhaltend. die blume, das glas und das wasser. ähnlich der natur sucht die gelernte textil-designerin nach der verschmelzung zur einheit.
„es hat in gewisser weise etwas poetisches an sich, natur und blumen in unsere lebensräume zu bringen,“ ist sich die gelernte kunsthandwerkerin und textildesignerin lin utzon sicher. intuition und elemente aus der natur sind für die vasen-designerin lin utzon fundamentale vorraussetzungen für das schaffen ihrer werke. in ihrer arbeit mit materialien wie porzellan, granit, papier und eben glas gehe es um eine gewisse vertrautheit, um „intimität“ mit dem material und der notwendigkeit, etwas langlebiges zu schaffen. dies verbindet den künstler auch mit dem handwerker. wer den stil und die formgebung der vasen betrachtet, den utzon für das dänische geschenkartikel- und designprodukte-unternehmen rosendahl seit einigen jahren kreiert, dem verdeutlicht sich dieses harmonische spiel mit der natur: leichte und schwere, transparenz und sattheit sowie eine vorliebe zum skulpturellen objekt, wie es in der natur immer wieder vorkommt. eine geschmackvolle stil-mischung, die utzon nicht nur auf vasen anwendet, sondern auch schon für kostüme des dänisch-königlichen balletts sowie für die architektonische dekoration einer kirche in kopenhagen und den head-offices von volvo und ibm anwenden konnte.

liebe lin, bist du eigentlich in einer „blumenreichen“ landschaft aufgewachsen?
ich war eher von einer sehr naturreichen gegend umgeben als von typischen blumengärten. aber der wald, neben dem ich aufgewachsen bin, war stets voll von buschwindröschen, schneeglöckchen, veilchen und vielen anderen blumen. es waren eigentlich immer jene blumen am ufer des flusses, die ich besonders liebte. später habe ich in einem subtropischen klima gelebt, wo eine sehr üppige vegetation vorherrschte. diese sattheit der pflanzen hat mich stets fasziniert und verzaubert.

welche schönen erinnerungen hast du aus deiner kindheit in dein heutiges leben, in deinen beruf als vasen-designerin mitgenommen?
ich habe keine speziellen erinnerungen an meine kindheit. ich denke aber, dass meine ersten jahre nahe der natur und dem meer sehr stark in mir verankert sind. sicherlich drückt sich vieles daraus heute durch meine schöpferische tätigkeit aus: seien es nun vasen, die malerei oder dekorationen. das meiste daraus entspringt meinen gedanken an die kindheit.

frische blumen in eine geschmackvolle vase gestellt, das verströmt so etwas wie zartheit und lebensfreude. würdest du blumenliebhaber auch eher als positive, freundliche menschen bezeichnen?
ich würde zwar nicht so weit gehen und allgemein gültige regeln anstellen. dennoch denke ich, dass leute, die an blumen und der natur interessiert sind, auf irgendeine art und weise sensibel sind.

ein wohnraum kann noch so edel, noch so geschmackvoll eingerichtet sein, ohne blumen wirkt er leer und „seelenlos“. wie beurteilst du die große, lebensspendende kraft der blumen?
ich stimme dir da voll und ganz zu: ein leerer raum ohne blumen wirkt einfach leblos. sobald du in einem raum einen strauss blumen oder auch nur eine einzige blume platzierst, geschieht etwas mit der umgebung. das siehst du speziell in japan, wo man in traditionellen häusern und wohnumgebungen sehr reduzierte, fast leere räume vorfindet, aber mit sicherheit auch eine ecke mit einem blumenarrangement. dies verleiht der gesamten atmosphäre sogleich eine gewisse harmonie und fülle.

woran denkst du, wenn du deine vasen kreierst? an eine bestimmte wohnung, an bestimmte menschen, an gewisse blumen ...?
das ist schwierig zu sagen ... ich denke eher an die grundsätzliche herausforderung als an eine person oder blume. die ausnahmen waren einige spezielle vasen für orchideen, die ich einmal gemacht habe. dadurch, dass orchideen so außergewöhnlich sind, haben meine vasen ihre inspiration direkt von der blume erhalten.

hörst du musik, wenn du deine vasen kreierst?
nein, nicht wirklich. ich liebe aber grundsätzlich musik.

blumen und vasen waren immer schon motive unzähliger gemälde großer künstler. glaubst du, rührt diese faszination daher, dass blumen in einer vase eine sinnbildliche „harmonische einheit“ bilden, ruhe und sanftmut verströmen ...?
ich denke, große künstler waren von den blumen stets deshalb so fasziniert, weil die natur grundsätzlich perfekter und mysteriöser ist als alles andere auf der welt. nichts, was für menschliche wesen je möglich gewesen wäre zu tun, lässt sich mit der ausdruckskraft der natur vergleichen. das verlangen, etwas derart schönes zu gestalten, gab und gibt den ansporn, schöpferisch tätig zu sein ... für mich trifft dies auf alle fälle zu.
helmut wolf
pool journal