12
 
   
enjoying life
die casa howard gästehäuser von jenifer howard foneris und conte massimiliano leonardi di casalino in rom und florenz dürfen mit fug und recht für sich in anspruch nehmen, eine neue dimension der hotellerie eröffnet zu haben. mit einem einzigartigen detailreichtum und phantasiereicher innenarchitektur verwöhnen sie ihre gäste.
wenn housekeeper edgar die tür zu einem historischen luxusappartement in rom öffnet, gibt es keinen anhaltspunkt, der an ein normales hotelkonzept denken lässt. die drei dependancen der casa howard – zwei in rom und eine in florenz – sind mit gängigem vokabular am ehesten als luxus-bed-and-breakfasts zu beschreiben. doch schnell wird klar, dass diese konventionelle klassifizierung nicht ausreicht, um die tragweite des casa-howard-konzeptes zu erklären. die gebürtige britin und innenarchitektin jenifer howard foneris und ihr ehemann massimiliano leonardi di casalino haben gemeinsam mit dem renommierten architekten tommaso ziffer stiluniversen geschaffen, die den gästen das behagliche gefühl vermitteln, in der exquisiten wohnung eines freundes ein paar schöne tage in der wiege der italienischen hochkultur zu verbringen. mit unfassbarem – und umso mehr unbeschreibbarem – detailreichtum wurden zimmer und suiten geschaffen, die selbst design-affine weltenbürger in staunen zurücklassen. jedes der zimmer folgt einem individuellen leitmotiv, das mit sagenhafter konsequenz bis ins letzte detail verfolgt wird. ob pink room, american cousin’s room oder hidden room – der ideenreichtum des architektenduos howard foneris und ziffer ist schlicht beeindruckend. auf einem rundgang durch die casa howard entsteht leicht der eindruck, ein unwirklicher wohntraum aus einem magazin wie ad sei realität geworden. gibt es wirklich menschen, die in einem so perfekten ambiente wohnen? eine frage, die man im fall von casa howard nur mit „ja“ beantworten kann. die menschen, die dieses einmalige lebensgefühl hautnah erleben können sind streng selektiert – der dezente hinweis auf der website, dass die eigentümer der casa howard es bevorzugen, ihre gäste bereits zu kennen oder durch empfehlung vermittelt zu bekommen erklärt sich im vertauens-konzept, das die domizile auszeichnet: jeder gast bekommt einen eingangsschlüssel, getränke und erstklassige weine können den kühlschränken und sideboards der allgemein zugänglichen räume entnommen werden. buchung über reisebüros? kein weg, der für die casa howard in frage käme. stattdessen buchen gäste, die schon einmal hier waren, über einen priority channel – dennoch in bar und mit anzahlung. doch wer jetzt an unverschämt hohe zimmerraten denkt, hat weit gefehlt. der private luxus ist erschwinglich – im vergleich zu den preisen, die man in rom oder florenz normalerweise für ein zimmer dieses standards bezahlt, sogar mehr als nachvollziehbar. als plus gibt es historisches ambiente und zentrale lage – die römischen case howards sind nur einen steinwurf von der spanischen treppe entfernt, in florenz logiert man in unmittelbarer nähe der kirche santa maria novella. nach einem besichtigungstag in den historischen zentren genießt man die annehmlichkeiten des hotels doppelt: das türkische hammam bad, die frischen blumen, die vom landgut der besitzer in frascati täglich frisch gebracht werden, die japanischen kimonos und slipper, die in jedem bad genau wie kosmetikartikel aus der historischen farmacia santa maria novella bereit stehen. außerdem in jedem bad: parfums von etro und penhaligon. mit rührender freundlichkeit lesen die housekeeper den gästen jeden wunsch von den augen ab: ein abendessen in den besten restaurants der stadt, ein ausflug in einem stilvollen leihwagen durch das hinterland der metropolen, ein babysitter oder eine tour durch die besten boutiquen mit einem personal-shopping-guide – nichts ist unmöglich. kein wunder also, dass so viel engagement nicht unbeachtet bleibt. namhafte reise- und designzeitschriften loben das konzept der casa howard in den himmel. traveller usa etwa wählte die hotels unter die „30 besten hotels in europa unter 200 dollar“. nur ein weiterer grund, sich einmal den luxus eines hotels zu gönnen, das die grenzen des normalen hotelwesens sprengt.
martina müllner
pool journal