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the bag and i
egal, wo auf der welt, die tasche ist immer und überall. sie ist ständiger begleiter von uns menschen, gilt als stauraum essentiellen kleinzeugs und als (überlebens-) wichtiges alltags-accessoire. der stil einer tasche sagt sehr viel über persönlichkeit und vorlieben eines menschen, oft auch über den charakter eines landes oder einer marke aus. das schwedische label „absolut“ weiß das ebenfalls und hat internationale designer zur interpretation von taschen-designs eingeladen.
„habe ich alles in der tasche – geld, schlüssel, ausweis alltägliche fragen, die jeden von uns ins unterbewusstsein gewachsen sind. der prüfende blick in die tasche kurz vorm verlassen des zuhauses gehört zu einer art ritual im leben. schließlich kann das vergessen der büroschlüsseln oder des führerscheins zu ziemlichen turbulenzen führen. die tasche ist ohne übertreibung zur funktionellen grundlage unseres lebens geworden. jeder hat eine, jeder braucht eine, gerade in zeiten zunehmender mobilität. sie kann auch sehr unterschiedliche charakteren darstellen, einmal objekt der begierde sein, dann wieder ein rein funktionelles produkt. grundsätzlich geht es bei der tasche natürlich um das verstauen wichtiger und weniger wichtiger alltagsdinge, andererseits soll sie aber auch unsere persönlichkeit, unseren geschmack visualisieren. ähnlich den t-shirt-prints ist die tasche zum wichtigen image-träger für den individuellen style geworden. sozusagen: zeige mir deine tasche, und ich sage dir, wer du bist. es soll auch immer mehr leute geben, die sich ohne tasche richtig nackt fühlen ...
über die generelle bedeutung und faszination rund um das thema tasche hat sich auch die schwedische wodka-marke absolut so ihre gedanken gemacht. unter dem titel „absolut label – the famous collection“ wurden zehn internationale designer eingeladen, um ihre persönlichen interpretationen zeitgemäßen taschen-designs zu kreieren. heraus gekommen dabei ist ein ausgezeichneter querschnitt kultureller individualität, ganz entgegen globaler uniformierungstendenzen. besonders deutlich werden die regionalen unterschiede bei den stilelementen und funktionstaschen: raquel uendi’s „urban jungle“-bag aus brasilien, désirée klein’s einkaufstasche aus deutschland, giulia piersanti’s leichter häkel-tasche aus italien, sierek’s wäsche-tasche aus polen oder adrian hailwood`s schultertasche im stile einer greta garbo – diese taschen-designs zeigen auf, dass die darstellungsweise von taschen schier grenzenlos ist. erlaubt ist alles, was als tasche funktioniert und zur persönlichkeit passt. die tasche und ich – eine unendliche beziehung.
helmut wolf
pool journal