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häufig gestellte fragen
was bedeutet schönheit für dich?
die schönheit in den kleinen dingen

wo liegt für dich dein liebster ort?
irgendwo am ozean!

dein lieblingsbild/dein lieblingssymbol?
ein bild, das mir eine freundin ulrika segerberg kürzlich geschenkt hat. zu sehen ist eine art trampolin mit der überschrift „they just disappeared“.
behind your eyes
die künstlerische arbeit der niederländischen malerin miriam vlaming besticht durch ihren nuancenreichtum und den sanften zwischentönen. vlaming beherrscht das spiel mit rollenbildern, mit den mythen und märchen ebenso wie die illustratorische, zeitgenössische formensprache, welche sie mit elementen aus der klassischen malerei verbindet. wie ein schleier werden scheinbar eindeutige zitate und aussagen verhüllt, verschlüsselt, entstehen bildkompositionen, die dem betrachter in ein spiel mit der künstlerin ziehen.
liebe miriam, du verwendest immer wieder motive aus kindermärchen („wizard of oz“ etc.). inwieweit beeinflussen dich gefühle und erinnerungen aus deiner eigenen kindheit in der künstlerischen arbeit?
der blick eines kindes auf seine umgebung, auf seine welt hat immer etwas magisches an sich. dieser blick, in dem vorstellung und realität zusammenfließen, ist mir sehr nahe. besonders in meiner malerei versuche ich mich absichtlich in diese position des betrachtens zu versetzen.

verschlüsseln, verhüllen, übereinander malen ... aus der vielschichtigkeit deiner werke lässt sich erkennen, dass du dich nicht auf eine eindeutige aussage festlegen möchtest, oder ...?
in meinen bildern geht es laufend um das spiel mit vermeintlichen eindeutigkeiten. der reiz liegt für mich in dem wechselspiel zwischen zeigen und verhüllen.

viele leute haben oft keine zeit mehr, die kleinen details des lebens zu sehen und zu erkennen. was sagst du zu dieser soziologischen entwicklung?
als malerin habe ich eine spezielle ausgangsposition. malerei ist einfach auch eine schule des sehens. in meinen bildern geht es darum, die eigene erlebniswelt in frage zu stellen und besonders das kleine detail kann oft der schlüssel zum bildverständnis sein ...

in deinen arbeiten vermischt sich klassische malerei oft mit gegenwärtiger ästhetik aus der werbung. möchtest du etwas ganz neues schaffen oder so einen art brückenschlag herstellen zwischen bewährten, alten und ganz neuen dingen unserer zeit?
wahrscheinlich sprichst du hier speziell auf meine 2001 entstandenen arbeiten an. diese arbeiten entwickelten sich nach einem längeren arbeitsaufenthalt in afrika. hier ging es mir um ein spiel mit vordergründigen, dekorativen mitteln und klischees. üblicherweise sind in meinen bildern erheblich weniger elemente der von mir damals angewendeten werbeästhetik zu finden.

woran denkst du, wenn du malst? hörst du musik, ist es ganz still um dich, sind menschen rund um dich?
die malerei ist zum glück eine sehr einsame angelegenheit. wenn ich nach mehreren stunden bemerke, dass es draußen dunkel geworden ist, weiß ich, dass ich wirklich „im bild“ war.

apropos denken: welches gefühl möchtest du beim betrachter deiner werke auslösen? sollen deine werke die menschen zum denken anregen, unterhalten ...?
wenn meine bilder die ungestörte aufmerksamkeit von nur einem einzigen betrachter auf sich ziehen können, habe ich schon gewonnen.

wo liegt für dich deine tägliche „antriebsfeder“ zu malen?
bei der malerei kann ich mir selber so manches abenteuer gestalten. und all diese abenteuer finden sozusagen auf der leinwand statt. die malerei ist eine eigene welt für sich, wo eigene gesetze vorherrschen. manchmal ist diese welt zufluchtsort, manchmal die hölle ...

vergänglichkeit herrscht gerade in unserer schnelllebigen zeit vor. was heute da ist, ist morgen oft schon wieder weg. ein bild, eine malerei jedoch bleibt sehr lange bestehen, hat kein ablaufdatum. wie siehst du diesen gedanken?
das ist das schöne daran, aber ein bild hat auch ein eigenleben. es verändert sich unmerklich, das ist das faszinierende daran.
helmut wolf
pool journal