08
 
   
pflanze architektur
salburua, ein sumpfgebiet im nördlichen spanien. große wassermengen haben die landschaft nahe vitoria im baskischen teil des landes in einen fruchtbaren, bunten naturteppich verwandelt.
fauna und flora wuchern. exotische zugvögel haben ihr quartier hier, seltene pflanzenarten sprießen, bäume, äste und blumen wachsen aus dem morastreichen boden. die landschaft schwankt förmlich hin und her. ein mit wasser gefülltes naturbecken, das im rhythmus der jahreszeiten permanent ihr aussehen verändert, oft im nebel verborgen liegt. der mensch konnte hier (noch) keinen einfluss nehmen, ein laboratorium für wissenschaftliche forschungen ... seit kurzem auch von architektonischen überlegungen.
zwei junge architekten vom pariser architektur-atelier jean nouvel haben nun den versuch unternommen, ein von menschenhand gefertigtes gebäude in die natur einzufügen, ohne das bild der landschaft zu verändern. kompromisslos und radikal haben die spanische architektin susana armendariz vitoria und der belgische architekt laurent pereira hier ein projekt entworfen, als würde es aus der sumpfigen erde entwachsen. „es geht uns dabei um die grundsätzliche beziehung zwischen mensch und natur, und inwieweit fließende übergänge zwischen urbanen räumen und umwelt möglich sind,“ erläutert nouvel die ambitionen zu diesem projekt, welches vor zwei jahren prämiert, aber noch nicht realisiert wurde.
die beiden architekten ließen den besucher über hölzerne wege zwischen stützmauern wie auf einem laufsteg wandeln. ein café und eine aussichtsplattform würden zum verweilen einladen, die elemente des gebäudes sich in den sumpf „einbetten“. weiters gäbe es einen aus holz gefertigten architektonischen verbindungsraum, welcher den besuchern die möglichkeit bieten könnte, natur und sumpfland in seinen unterschiedlichsten perspektiven zu erleben, es zu riechen, zu spüren. vielleicht eine ganz neue art, wie der mensch der natur respektvoll begegnen könnte ...
helmut wolf
pool journal