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shop now
zeitlimitiertes shoppen in mobilen stores mit ausgewählten produkten? ein sehr interessanter aspekt, der auf den ausgeprägten jäger- und sammlerinstinkt des „homo konsumentus“ abzielt. bereits zum zweiten mal startet die pop up store-tour durch vier deutsche städte an geheimen orten. mit an bord des mobilen stores die labels adidas, levi’s, mtv sowie sony ericsson.
alexandra wulff, marketing communication manager bei sony ericsson, und uwe freytag, managing director bei häberlein & mauerer, im gespräch über zeit beim shoppen und unterschiede zum normal-shop.

wir leben in einer extrem kurzlebigen zeit. was gestern da war, ist morgen schon wieder weg. symbolisieren die „pop up stores“ in deutschland vielleicht diese art von schnelllebiger lebens- bzw. shoppingkultur?
alexandra wulff: nein, ich sehe die pop up stores eher als eine innovative inszenierung von markenerlebnis und exklusiv-shopping. anstatt nach mailand zu fliegen, geht man eben in den pop up store ...

wie kam es zur grundidee, diese art von kurzzeit-shops zu inszenieren, und nach welchen kriterien habt ihr das markenportfolio dafür ausgewählt?
uwe freytag: die grundidee entstand aus einem kleinen fashion-shop in ibiza, wo adidas im jahr 2002 limitierte produkte für einen zeitraum von zwei monaten angeboten hat. nachdem auch unser kunde levi´s stets nach individuellen handels- und zielgruppenkonzepten sucht, und die kollektion von mtv designerama für die konsumenten nur „on air“ erlebbar war, entstand die idee einer gemeinsamen markenkooperation. im heurigen jahr vervollständigte sony ericsson nun das angebot. eine marke, die für innovationskraft und besonderes design steht, aber auch den image-orientierten gedanken dieses shop-erlebnisses weiter trägt. letztlich handelt es sich bei allen vier marken um innovative brands, die lifestyle-produkte einfach so spannend machen.

der architekt rem koolhaas meinte einmal: „die menschen bewegen sich heute wie beute suchende tiere durch die shops, ständig auf der lauer nach den besten jagdgründen, größten angeboten, günstigsten preisen.“ sehen sie das auch so?
alexandra wulff: ja, jedoch trifft dies in einer anderen form auf die pop up stores zu. hier geht es um die jagd nach den trendigsten shopping-revieren, den exklusivsten bzw. innovativsten angeboten und auch um erlebnis pur.

mit dem konzept, einen lifestyle-shop nur für eine gewisse zeit an einem gewissen ort mit selektiven produkten zu öffnen, wird ein gewisser kontrapunkt zum konventionellen einkaufsladen gesetzt. worin liegen für sie die unterscheidungsmerkmale zwischen normal-shop und pop up store?
alexandra wulff: der pop up store schafft eine persönliche atmosphäre, wo es primär nicht um den verkauf, sondern das markenerlebnis geht. der kunde soll die marke fühlen und erleben und so eine emotionale beziehung zu dieser entwickeln. der pop up store lädt auch zum verweilen ein. außerdem schaffen wir mit den selektiven produkten und der zeitlich begrenzten präsenz in einer stadt zusätzliches begehren und ein exklusives kauferlebnis. damit wollen wir dem kunden noch lange positiv in erinnerung bleiben ...

nach welchen kriterien sucht ihr nach der geeigneten location? ist diese art von mobilem store eigentlich nur im urbanen city-dschungel der großstadt möglich oder auch am land inszenierbar?
uwe freytag: grundsätzlich kann man pop up stores überall eröffnen. die schlechte wirtschaftliche lage im einzelhandel führt zu leeren läden in den innenstädten. die geeignetste location ist deswegen eine ideale kombination aus guter lage und erreichbarkeit sowie funktionalität im bereich raum, größe und technik.

in welcher art von shop gehen sie persönlich am liebsten einkaufen?
alexandra wulff: ich mag die galerie lafayette sehr gerne oder große buchhandlungen. man darf in einem shop grundsätzlich nicht das gefühl von hetze oder den druck zum kauf verspüren.
helmut wolf
pool journal