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fotos: action images
haarscharf auffrisiert
das fußball-stadion als zentrum individueller haar-trends? wahrscheinlich stehen frisuren nirgendwo anders derart im scheinwerferlicht, wie bei den fußballern dieser welt. dazu beigetragen hat sicherlich der verordnete „dress-code“ der trikots innerhalb der jeweiligen mannschaften.
ein modisches statement ist beim fußballer nur über die frisur oder den bartwuchs möglich. woche für woche sollen fans und publikum nicht nur mit toren sondern auch mit unterschiedlichsten interpretationen von haarmode und –styling überrascht werden. match-fotos, porträts und mannschaftsbilder der fußballer haben dabei immer schon einen starken einfluss auf die fans des runden leders ausgeübt, aber darüberhinaus auch auf das generelle modische verhalten gewirkt. und schon so mancher coole irokesen-haarschnitt hat seinen siegeslauf vom fußballfeld aus gestartet ...
das buch „footballer’s haircuts“ hat sich nun dankenswerterweise speziell der modisch und frisurentechnisch schon immer sehr fortschrittlichen englischen „premier league“ gewidmet. gezeigt werden in erster linie englische spieler mitsamt deren auffassungen von zeitgemäßer haarpracht. die visuelle zeitreise reicht von den braven, glatt gekämmten frisuren der fünfziger über die wallenden mähnen und locken der siebziger und achtziger jahre bis hin zu den fashionablen no-hair- und rasta-darstellungen von heute. ein wunderbar aufbereitetes zeitdokument, welches nicht nur fußballinteressierte begeistern dürfte. visualisiert werden in diesem werk aber nicht nur fußballerische frisurentrends sondern auch soziologische und gesellschaftliche strömungen. der fußballplatz war eben immer auch schon schmelzpunkt von menschen und persönlichkeiten unterschiedlichster sozialer herkunft. „from pre-war pudding to the pampered perms of the premiership,“ findet der klappentext die richtigen worte …
helmut wolf
pool journal