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duftende noten
zeitlos, exklusiv, niveauvoll: auch eine duftkerze kann weltruhm erlangen. zumindest wenn sie aus dem hause diptyque ist.
paris, wir schreiben das jahr 1961. die französin christiane gautrot, ihr landsmann yves coueslant und der schotte desmond knox-leet, drei freunde, die sich aus ihren studientagen an der ecole des beaux arts kennen, eröffnen in paris ihr gemeinsames geschäft. der name: diptyque. feilgeboten werden tapeten – nach eigenem entwurf und aus eigener produktion. noch eine weitere leidenschaft verbindet die drei geschäftspartner: die passion für englische parfums. so beginnen christiane, yves und desmond parfums von namhaften englischen produzenten zu importieren und in ihrem laden zu verkaufen.
zwei jahre nach der gründung hat das trio die „zündende“ idee. sie produzieren in eigenregie eine kleine serie von hand gegossener kerzen, die mit hochwertigen, reinen duftessenzen zart parfümiert werden. das wachs wird in ein einfaches glas gegossen, das etikett glänzt durch understatement. schlicht in schwarz-weiß gehalten, in schönen, zeitlosen lettern steht geschrieben, welche duftnote die kerze verbreitet. seit der geburtsstunde hat sich am design der duftkerzen nur wenig verändert. auch der weltweite ruhm konnte nichts verändern. kein stromlinienförmiges marketing-konzept, keine zeitgeistige verpackung, keine verschlechterung der qualität. die unverfälschtheit und kontinuität hat den produkten aus dem hause diptyque heute den ruf eingetragen, zu den besten der welt zu zählen. in ausgesuchten luxushotels werden die räume mit den kostbaren kerzen parfümiert. globetrotter, stars und prominente verbinden mit ihrem lieblingsduft von diptyque das gefühl von heimat – und weigern sich folglich, ohne sie zu reisen. namhafte kreative nennen die kerzen und raumdüfte als ihre quelle der inspiration. wie man aus mehreren kerzen, die gleichzeitig angezündet werden, seinen ganz persönlichen diptyque-duft kreiert, ist smalltalk-thema auf hochkarätigen gesellschaftlichen events.
ein erfolg, der den machern von diptyque nicht zu kopf gestiegen ist, auch wenn die auswahl der parfümierungen heute umfangreicher ist und zahlreiche neue produkte ins diptyque-sortiment aufgenommen wurden. 1968 wurde das erste eigene parfum präsentiert, auch hier dominierte das understatement: l´eau – das wasser – heißt der duft schlicht. zahlreiche weitere düfte folgten. auch seifen, raumdüfte und körperpflegeprodukte kamen hinzu. die hohe qualität und die strenge kontrolle der ingredienzien blieben unverändert. auch heute kommen ausschließlich duftstoffe und essenzen aus natürlichen quellen zum einsatz. dies garantiert, dass unnatürlicher oder beißender geruch erst gar nicht möglich ist. ein besonderes highlight der kollektion: „toilet vinegar“- ein besonderer essig zur körperpflege, hergestellt nach einem rezept aus dem 19. jahrhundert. liebhaberprodukte wie diese können auch darüber hinwegtrösten, dass die exklusiven dufterlebnisse von diptyque nicht gerade günstig sind – doch qualität hat seinen preis.
martina müllner
pool journal