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rebels in red
die premium-linie „red“ verkörpert so etwas wie das herz, die seele beim jeanshersteller levi’s. man könnte diese durchaus auch als „denim-labor“ bezeichnen, als geburtsstätte für neue, unkonventionelle ideen für die welt der jeans. provokative innovation gepaart mit einem fundus aus über 150 jahre firmeneigener denimkultur. eine unvergleichbare stärke, derer sich levi’s immer mehr bewusst wird ...
„die welt ist ungerecht, jeans aber bleiben immer ehrlich zu dir. jeans leben mit dir mit, verändern sich mit dir. jeden tag, egal ob nun fröhlich die sonne scheint oder es miese stimmung regnet. fuck you – und damit das ein für allemal klar ist: die zukunft in der mode, wenn es eine gibt, gehört dem denim. pasta! lass dir nichts gefallen, deine wut gegen die welt ist gut und berechtigt. und wenn sie dir nicht zuhören, dich und deine klamotten nicht respektieren wollen, dann schleudere ihnen einfach rotzfrech das trashige outfit ins gesicht - na und.“
so mancher underground-roman könnte in dieser art und weise seinen anfang nehmen. für die premium-linie „red“ von levi’s bilden subversive bilder aus dem underground und der „trashigen“ independent-kultur jenen inspirativen hintergrund, der sich seit dem start der linie vor rund fünf jahren in immer neuen, immer avantgardistischen jeans-designs und –optiken äußert. rebellion und protest gehört schließlich genauso zur jahrhundertlangen tradition der jeans, wie der sex zu drugs and rock’n roll. frage nach bei noch lebenden pop-protagonisten dieses exzessiven leitspruchs wie keith richards, johnny rotten oder courtney love oder lies nach über nicht mehr lebende ikonen wie sid vicious und kurt cobain. nur sehr wenige unternehmen aus dem mode-business können von sich aus auch behaupten, all diese gesellschaftlich einschneidenden perioden der letzten jahrzehnte – 50er-jahre-umbruch, 68er-revolte, hippie- und punk-ära etc. - nicht nur miterlebt, sondern mitgeprägt zu haben. levi’s kann das. das label war und ist als jeansmarke symbol soziologischer umwälzungen. hinzu kommt ein enormer vorteil, der sich entsprechend der über 150 jahre alten firmenhistorie ergibt: nämlich ein produkt-know-how auf allerhöchstem niveau. in bezug auf qualitätsstandards für materialien, passformen oder den enorm wichtigen wasch- und färbevorgängen, können nur die wenigsten jeansmarken dem us-brand das wasser reichen.
aus diesem background und dem eisernen willen, jeans auch in zukunft maßgeblich mitzuformen, mitzuprägen, hat sich das fundament der red-philosophie gebildet: die besinnung auf die eigenen wurzeln, welche in der handwerkskunst der jeansherstellung liegen, findet sich im mix mit revolutionären silhouetten, stoffen und details.
auch in der red-kollektion für den kommenden herbst/winter verdeutlicht sich die „back to the future“-ausrichtung. als image-hintergrund gilt der abgefuckte 70er-jahre-„band on tour“-look: verknitterte, gedehnte, aufgeplatzte optiken, die silhouetten geradlinig und körperbetont, insgesamt sehr androgyn. trashige oberteile zeigen aggressive prints oder wild-geritzte zeichen und sind entweder super-eng oder völlig ausgeleiert, übergroß. farben spiegeln sich in gegensätzen: schwarz und weiß, violett und schwarz, blutrot, verwaschenes „grau-von-schwarz“ usw. „optische tiefe“ vermittelt ein exklusiver denim aus japan mit zweifarbigem schussfaden in grau-grüner optik. auch büffelleder für jacken, hosen und sexy miniröcken ist ein thema. zusammenfassend könnte man auch sagen: „this is a life of body-vandalism and sweaty sex.“ alles klar ...
helmut wolf
pool journal