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living large
es gibt nur wenige streetwear-marken, die kompromisslos ihren weg gegangen sind und nach wie vor eine hohe glaubwürdigkeit und authentizität symbolisieren. wer die kritischen und oft auch wankelmütigen streetwear-anhänger kennt, weiß wie schwierig die anerkennung von marken ist. xlarge ist eines dieser wenigen lables, das diese essentielle „crediblity“ besitzt.
als der xlarge-store vor 13 jahren auf der vermont avenue in los angeles eröffnet wurde, war das die hochblüte von grunge, hiphop und skateboard-culture. beastie boy mike d, eli bonerz und adam silverman schufen daraus eine image-mischung aus generation x-lifestyle, rebellischer oversized-fashion und independent-clubkultur. die urbanen styles und prints des labels haben schnell viele anhänger gefunden. schon ein jahr später wurde der zweite mono-store in tokio eröffnet, ein weiterer folgte in new york. mit viel feingefühl haben es die designer stets geschafft, trends und aktuelle einflüsse zwar sichtbar zu machen, jedoch immer ihren eigenen stil mit einzubinden. der ironische seitenhieb, der „joke“, hat aus den produkten immer etwas erfrischend besonderes gemacht. eine eingeschworene fan-gemeinde hat den witzig-coolen looks immer die treue gehalten. xlarge-mitgründer eli bonerz im gespräch mit pool über kontinuität, trends und den weg, sich nie selbst zu verkaufen.

lieber eli, was bedeutet streetwear heutzutage, verglichen mit den anfängen von xlarge in den neunziger jahren?
streetwear ist heute sowohl in der kommerziellen als auch in der designer-mode fixer bestandteil. ebenso hat sich die streetwear elemente aus den traditionellen modebereichen geliehen, es ist zu einer vermischung gekommen. was uns und unseren zugang betrifft, so meine ich, dass wir uns ganz generell über den begriff „streetwear“ hinweg setzen wollen, unseren eigenen weg verfolgen. anfangs haben wir unsere ideen aus der urbanen kunst und streetart gesammelt, heute haben wir diese denkweise weiterentwickelt und vermischen sie mit traditionelleren mode-ideen.

wie schafft man es über so viele jahre als modernes fashion-label zu gelten?
wir haben schon immer auf hohe beständigkeit in bezug auf mitarbeiter und freelancer gesetzt. t-shirt-prints mit ironisch-sarkastischen aussagen haben am anfang höchste bedeutung gehabt, und das ist auch bis heute so geblieben. seit zehn jahren sind im grunde genommen dieselben vier designer für uns tätig. skater billy valdez, der die „xla“-linie konzipiert hat, arbeitet seit 1991 bei uns. ein weiterer grund ist sicherlich auch die große freude, der spaß, den wir bei der arbeit haben. bei uns laufen ständige witze, wir haben viel spass, und ich denke, das überträgt sich auch auf unsere produkte. wir beobachten soziologische trends sehr genau, entwickeln daraus eine idee, ein rahmenprogramm, aus welchem dann unsere kollektionen entstehen. ich glaube, viele leute bezeichnen uns deshalb gerne als eine zeitlos „stylishe“ marke, weil wir nicht nur versuchen, gerade angesagte trends mitzumachen oder ihnen nachzulaufen, sondern weil wir immer unseren eigenen stil, unsere visuellen statements mit einfließen lassen. unsere designs kritisieren auch in gewisser weise die mode. wir geben den leuten die möglichkeit am derzeitigen stil teilzuhaben, ohne sich aber der ganzen trendmaschinerie auszuliefern.

was meinst du, gibt es einen unterschied zwischen streetwear für jüngere und streetwear für ältere?
die älteren leute wollen nicht lahm aussehen und die jungen nicht zu jung wirken - und damit hat sich’s schon. jeder hier in los angeles zwischen 22 und 32 kleidet sich irgendwie lässig, deshalb ist uns das alter nicht so wichtig. mode wird heute neu definiert, eine menge einfluss stammt eben aus der streetwear. wenn du dir die sneakers ansiehst, die als ultimatives fashion-accessoire angesehen werden, ist das ein gutes beispiel.

musik hat bei xlarge immer eine große rolle gespielt, was ja alleine schon durch firmen-mitgründer und beastie boy mike d gewährleistet ist ...
ja absolut, musik hat einen enormen einfluss auf den stilistischen aufbau unseres labels. popmusik und mode sind ja immer schon miteinander verbunden gewesen, arbeiten in gewisser weise als einheit, als team. popkultur und trends sind eine kombination aus mode und musik. ohne musik hätte xlarge nie eine modemarke werden können ....
helmut wolf
pool journal