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häufig gestellte fragen
was inspiriert dich?
jedes mal, wenn ich reise, bekomme ich einen unglaublichen inspirations-schub. ich beobachte die leute, was sie anziehen, wie sie sich verhalten. mir wird klar, was offensichtlich, was wirklich wichtig ist.

wofür nimmst du dir besonders viel zeit?
ich versuche, so viel zeit wie möglich mit camille, meiner 4-jährigen tochter, zu verbringen. ich genieße es wirklich, sie herumzuführen, sie darin zu ermuntern dinge zu entdecken! seit meiner kindheit liebe ich es auch zu zeichnen, zu malen, meine gedanken darzustellen.

wie lautet deine lebensphilosophie?
ich bin kein großer fan von komplexer theorie oder philosophie. mein roter lebensfaden lautet: folge deinem herzen, und sei ehrlich zu dir selbst und zu anderen.

dein lieblings-rucksack?
wenn ich reise, dann am liebsten mit dem „soundbyte“- modell.
er hat die perfekten proportionen und features. im alltag bin ich stets mit meinem „messenger“ unterwegs.
pack die welt
wer die menschen und deren bedürfnisse erkennt, hat schon viel gewonnen. nicht anders war es beim „rucksack-weltausstatter“ eastpak. das us-unternehmen hatte jedoch nicht nur die logische erkenntnis gezogen, dass jeder schüler und student mobilen stauraum für sein lernzeugs benötigt, sondern dass schultaschen überdies auch cool auszusehen haben. heute weiß das die ganze welt ...
bis ende der 70er jahre hatte man als schüler oder student noch die wahl: entweder die lernbücher in eine voluminös-sperrige tasche zu stecken oder diese unter den arm zu klemmen. beides war jedenfalls nicht sehr befriedigend. dies erkannte auch der unternehmer-sohn der damaligen amerikanischen firma „eastern“. ihm fiel es wie schuppen von den augen, als er über den campus ging und seine mitstudenten beobachtete, wie diese ihre schweren bücher in militärtaschen packten. schließlich produzierte sein vater seit vielen jahren seesäcke, munitionsbeutel und rucksäcke für die us-armee, da lag es nur auf der hand auch lässige alltags-rucksäcke zu entwickeln. die idee des „daypacks“ war geboren, 1978 der name eastpak lanciert und erstmals wurde der gedanke, bei einem produkt neben funktioneller notwendigkeiten auch den lifestyle mit zu berücksichtigen, zu einem revolutionären erfolg. produkt-managerin marie van audenrode, mitverantwortlich für den großen erfolg in europa, nennt dies schlicht und einfach „revolution“.

marie, der rucksack ist so etwas wie ein „weltweites phänomen“ - unabhängig von allen alters- und klassenschichten. wie schafft es ein produkt eigentlich, quer durch alle sozialen schichten, solch eine anerkennung zu genießen?
der rucksack ist heute durchaus zu vergleichen mit einem t-shirt oder den jeans. der daypack ist ein alltägliches basisprodukt geworden, welches von jedem einzelnen verwendet werden kann, ganz egal wie alt er ist, welcher sozialen gruppe er angehört oder welchen style er hat. und: ein rucksack ist ein extrem nützlicher gegenstand. unabhängig davon ob du herumspazierst, sport ausübst oder lediglich dinge transportierst, du trägst alles auf deinem rücken, einem platz, wo dich die last am wenigsten stört. das gewicht deiner tasche verteilt sich über zwei rückenträger, beide schultern tragen den ballast: deine hände sind frei, um deine umgebung zu erkunden.

was glaubst du war das ausschlaggebende kriterium, dass der rucksack beispielsweise die klassische schultasche abgelöst hat – und zwar weltweit?
ein rucksack ist, viel eher als eine schultasche, ein lifestyle-produkt. studenten und schüler wollen sich abheben von der masse, zeigen, für welchen style sie stehen, wer sie sind. sie sind vielleicht auch stark daran interessiert, nicht nur die lernbücher zu verstauen sondern durch die individuelle tasche ihre persönlichkeit zu unterstreichen. studenten und schüler bevorzugen eher eine multifunktionale tasche, die ihren eigenen interessen dient als eine schultasche, die zeigt, dass sie das „lernende volk“ sind. unabhängig davon ob es ein basic- oder ein funktioneller rucksack ist, er gewährt dir weit mehr möglichkeiten deine persönlichkeit nach außen zu tragen als eine schultasche dies ermöglichen könnte.

nach welchen design-kriterien habt ihr euch eigentlich orientiert, als ihr mit eastpak die ersten rucksäcke in den usa angefertigt habt? gibt es gewisse historische basiselemente, die sich auch in den heutigen kollektionen noch darstellen, die immer aktuell bleiben werden?
von jeher ist eastpak bemüht, dem konsumenten ein sehr hochqualitatives produkt anzubieten. bevor wir unsere produkte am markt anbieten, müssen die konstruktionen, grund-designs und stoffe sehr anspruchsvollen qualitätsstandards entsprechen, wir nennen dies „built to resist“. einige taschen aus unserer aktuellen kollektion sind erbstücke aus den anfängen. unsere erfolgreichste tasche - die „620 padded“ - wurde zu einem standardprodukt. im frühjahr 05 werden wir auch wieder eine auswahl an historischen produkten durch unser „originals-linie“ auf den markt bringen. obwohl diese originale bereits vor vielen jahren designed wurden, sind sie noch immer absolut up-to-date. wir suchen ständig nach möglichkeiten, unsere taschen aus den verschiedensten blickwinkeln zu betrachten. beispielsweise mit der „exclusive series“, die vor ein paar saisonen startete. der grundgedanke dahinter: ein künstler wird beauftragt, sich eines unserer produkte näher anzusehen und dieses auf seine art zu interpretieren. diese werden dann in limitierter stückzahl hergestellt, nummeriert, selektiert. der besitzer solch einer tasche erwirbt somit ein wirkliches unikat. diese „kunstwerke“ besitzen bereits sammlerwert.
angefangen haben wir mit künstlern wie henk shiffmacher oder „hanky panky“, einem holländischen tattookünstler, der auch anthony kiedis, den sänger der red hot chili peppers, tätowiert hat. heuer arbeiteten wir mit den zwei international bekannten graffiti-künstlern „seen“ und „seak“ zusammen und ende dieses jahres werden wir noch ein „exklusive bag“ von mode-designer walter van beirendonck auf den markt bringen.

euer ziel ist es ein „daypack“ für 24 stunden zu kreieren. worauf kommt es beim rucksack an, um zu jeder tages- und nachtzeit den ansprüchen des konsumenten gerecht zu werden?
jeder mensch hat seine angewohnheiten, hat gebräuche und dinge, die er mit sich herumträgt. ich würde mir daher nicht erlauben, dem benutzer vorzugeben, auf welche art und weise er seine sachen herumtragen sollte. deshalb würde ich eine tasche entwickeln, die eine große und eine kleinere komponente besitzt und eine kleine aufgesetzte zipptasche für krimskrams. da könnte man dann einen mp3-player, eine geldtasche, schlüssel usw. verstauen. und: ich würde diese tasche mit einem abnehmbaren, unabhängigen teil ausstatten (inklusive eines winzigen „secret-pockets“ für persönliche sachen des benutzers). dieses extrateil kann der eine für die fotokamera benutzen, der andere für den „6-pack“. alle, die diese extratasche nicht benötigen, können sie einfach zu hause lassen. schließlich würde ich die tasche auch noch erweiterbar machen - frei nach dem motto: passe die tasche jederzeit deinen bedürfnissen an.

orientiert ihr euch eigentlich an aktuellen modetrends oder geht ihr immer euren ganz eigenen, autonomen weg?
man muss ständig am laufenden sein. wenn man dabei seiner eigenen markenidentität gegenüber loyal ist und ganz stark an seine einzigartigkeit glaubt, vermittelt man dem konsumenten, eine ehrliche marke zu sein und das spürt dieser auch.

wohin glaubst du, wird sich das design der rucksäcke in zukunft entwickeln?
rucksäcke wird es auf die eine oder andere art immer geben. seit einigen jahren experimentieren einige firmen mit technologischen unternehmen, um elektronikteile zu integrieren, high-tech-textiltechnologie zu entwickeln. im kern jedoch wird der rucksack das bleiben, was er immer war: ein einfaches und nettes transportmittel für verschiedenste dinge.
helmut wolf
pool journal