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häufig gestellte fragen
was inspiriert sie?
pasta und ein gutes gespräch mit freunden. und natürlich norah jones.

ihre lebensphilosophie?
glaube an das gute im menschen

was würden sie sofort ändern, wenn sie es könnten?
das schulsystem

ihr lieblingsbuch?
„als wär´s ein stück von mir“ von carl zuckmayer

ihr lieblingscomputer?
das powerbook 15 zoll
tippen, klicken, streicheln
arbeiten mit dem computer bedeutet auch in kontakt treten mit diesem. täglich berühren millionen von menschen tastaturen, mäuse, blicken auf bildschirme, werden grafische symbole bewegt, wird geschrieben, gestaltet, kreiert – werden unsere sinne angeregt. inwieweit beeinflusst design und ästhetik von computer- und new media-equipment unser empfinden? georg albrecht, manager beim computer-unternehmen apple, beschäftigt sich täglich mit diesen fragen und gedanken.
ein freundliches lächeln begrüßt den benutzer beim start des computers, bunt gestylte icons hüpfen beim klick darauf lustig auf und ab. wer eine datei ablegen will, lässt sich diese an den rechten rand des monitors lässig „absaugen“, die jukebox spielt musiksounds mit psychedelisch anmutenden farbmustern ab, der bildschirmschoner zeigt exotische meeresbrandungen - und der computer selbst: eine kunstvoll geformte halbkugel im stil einer tischlampe, in dezent-glänzendem weiß gehalten: das modell imac steht symbolisch für den hohen stellenwert für technik und design gleichermaßen beim us-computerhersteller apple. der rechner sollte sich nicht mehr als grauer klotz in büros und wohnräumen darstellen, sondern als ästhetisches design-objekt in unserer umgebung „wirken“. computer als ausdruck für individualität und anspruchsvollen lebensstil. was vor rund sechs jahren mit den farbenfrohen imacs begann und bis zum heutigen mp3-player mit festplatte, „ipod“ reicht, kann auch als eine aneinanderreihung gestalterischer design-avantgarde interpretiert werden. das empfinden der menschen, der user, für die vormals unpersönlichen arbeitsgeräte, hat sich in den letzten jahren mit sicherheit stark verändert. gerade ibooks, imacs, powerbooks usw. sprechen kreative menschen, künstler, musiker, designer an und inspirieren sie. der computer als sinnlich-anregendes objekt? ein gespräch dazu mit georg albrecht, apple-pr-manager.

glauben sie, dass die ästhetische form, das design eines computers den benützer inspirieren kann?
absolut. wir sehen bei der einführung eines neuen designs sehr häufig farben und formen dieses produktes in völlig anderen bereichen: ob parfum, kugelschreiber, zeitschriftendesign oder küchengerät. da viele kreative menschen unsere produkte täglich benutzen, inspiriert unser design das design anderer produkte. das freut uns natürlich sehr ...

was sagen sie leuten, die behaupten, computer seien nur mittel zum zweck, design sei nebensächlich?
natürlich sind unsere computer kein zweck an sich (außer bei windows-pc’s, hier müssen sie zeit investieren, das system pflegen, es von viren befreien, treiber suchen etc.), sondern mittel zum zweck, eben ein kreatives werkzeug. gutes design von hard- und software, macht den umgang aber erheblich angenehmer und strahlt auf den benutzer und seine umwelt aus. es ist nicht nebensächlich, sondern für kreative menschen wichtig.

viele menschen arbeiten täglich mit dem computer, tippen auf tasten, klicken auf maustasten, blicken auf bildschirme. inwieweit glauben sie, hat sich die digitalisierung unseres alltags auf unser gesellschaftliches empfinden generell ausgewirkt?
uns stehen heute durch die digitale entwicklung unglaublich viele informationen sofort zur verfügung. dadurch haben sich abläufe sehr stark beschleunigt, alles sollte möglichst digital vorliegen, einfach zu erfassen und zu bearbeiten sein. der philosoph günther witzgall spricht in diesem zusammenhang von „instant pleasure“, also dass den dingen generell nur noch wenig zeit zugesprochen wird, uns zu gefallen oder nicht zu gefallen.

kann ein computer neben eleganz auch sinnlichkeit verströmen?
ja, natürlich. nehmen sie das erste ibook. wir haben die oberfläche der blauen oder orangen bauteile so gestaltet, dass der mensch gerne sein ibook streichelt, und es sich sinnlich anfühlt. und dass sein ibook lebt, zeigt ihm ja das „atmende“, langsam stark und wieder schwach leuchtende lämpchen an, das wir noch heute einsetzen. hierbei orientierten wir uns stark an der atem- und herzfrequenz des menschen.

apple hat den begriff des „digitalen lifestyle“ geprägt. ipod, imac, die verschiedenen notebooks oder das g5-modell sind gewissermaßen zu modischen trend-accessoires avanciert. woran hat sich apple dabei orientiert?
wir machen natürlich marktuntersuchungen, beobachten und befragen focusgruppen etc., aber im grunde schieben wir das alles dann beiseite, und unsere designer gehen letztendlich ihren eigenen weg. nur so entsteht etwas neues. manchmal brechen wir auch vollkommen mit einer designlinie, schwenken radikal um, wollen überraschen. generell gibt es nur eine konstanz, an der wir uns aber immer orientieren: das produkt muss für den benutzer leicht zu bedienen sein, und der nutzen steht klar im vordergrund. nehmen sie den ipod: ein großes display war hier einer der wichtigsten punkte, die ein mp3-player haben musste, das es aber bisher in dieser form nicht gab. davon ausgehend definierte sich das weitere aussehen und die entwicklung des ipods.

nicht nur computer wurden bunt oder sind heute im stilvollen weiß, auch das „look and feel“ der betriebssysteme ist klar und einfach gestaltet. glauben sie, haben sich durch das arbeiten der menschen mit diesen betriebssystemen auch insgesamt denkabläufe und entscheidungsfindungen verändert, beschleunigt?
es hat ganz klar einen großen einfluss, wenn millionen menschen täglich auf ein betriebssystem, wie das von apple beispielsweise blicken. ganz generell beeinflusst ein betriebssystem natürlich die sehgewohnheiten und das haptische, visuelle erfassen. man wird durch sein betriebssystem im umgang mit komplexen vorgängen geschult. oft ist es dann natürlich in den täglichen abläufen nicht so leicht zu handeln wie am rechner.

wie erklären sie konsumenten den mehrwert der oft hochpreisigen apple-produkte?
unsere produkte sind nicht hochpreisig, wenn sie genau ansehen, was sie dafür bekommen: ein modernes produkt mit neuester technologie, einem unix-betriebssystem, zusatzsoftware, für die sie in der windows-welt extra bezahlen müssen. alles extrem haltbar und in einem modernen design. zudem verursacht ein mac kaum wartungsarbeiten und kann sich vollkommen in eine windows-umgebung eingliedern, falls es nötig ist.

„think different“ lautet der langjährige apple-slogan für mehr individualität, kreativität. wohin wird sich der gedanke des „anderssein“ in zukunft beim mac entwickeln?
es wird sich immer wieder in der hard- und software widerspiegeln. wir sind die letzten in der computerindustrie, die beides aus einer hand liefern. wir kümmern uns um den menschen, der einen computer benützt. fragen uns, wie wir seinen digitalen alltag erleichtern können. wir warten nicht darauf, was andere firmen uns irgendwann an software oder hardware liefern, um dann dies alles in plastikkisten zu verpacken und den menschen mit unausgereifter technologie allein zu lassen. der mensch möchte kreativ sein, wir geben ihm einige werkzeuge an die hand. und wir werden auch weiterhin überraschen.
helmut wolf
pool journal