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häufig gestellte fragen
was inspiriert dich besonders?
sport ist nach wie vor die quelle meiner inspiration

was verbindest du mit dem begriff sinnlichkeit?
materialien wie leder und veloursleder

wofür nimmst du dir besonders viel zeit?
für die suche nach einem gleichgewicht zwischen geistiger und physischer gesundheit

dein lieblingsort?
ich liebe barcelona

dein liebstes outfit?
weiße golfschuhe, „vielfärbige“ hosen und ein von steve mcqueen inspiriertes polyester t-shirt
aktiv inspirieren
bevor etwas neues entsteht, war zuerst einmal der wunsch nach etwas neuem da. das wenigste entsteht zufällig, sondern vielmehr ganz bewusst. und wenn viele leute das gleiche wollen, sich das gleiche wünschen, dann kann das zu einem trend führen. das wissen die mitarbeiter der sportmarke nike nur allzu genau. auch jurgens ruyssenaers, product-manager in der europazentrale von nike bei amsterdam, beobachtet zuerst ansprüche und wünsche der konsumenten ganz genau, bevor er mit der gestaltung der active-kollektion beginnt.
wenn menschen sich sehr intensiv mit ihrem lebens-, ihrem berufs- und freizeitumfeld auseinandersetzen, stoßen sie irgendwann auf grenzen. dann suchen sie aber vor allem nach verbesserungen, spüren neue ideen auf. das ist aber nicht nur im sportbereich so. bei der sportswear wird die innovation bei den funktionellen details deutlich sichtbar. ununterbrochene produktverbesserung und die ständige suche nach neuen lösungen bilden die eigentliche kerntätigkeit bei der sportswear-marke nike. der performance-anspruch ist der ausgangspunkt aller kreationen. das war schon 1971 so, als die revolutionäre waffeltechnologie bei schuhen der forderung der athleten nach besserer haftung entsprach, und reicht bis heute, wo der „swift swim suite“ in zusammenarbeit mit dem schwimmer pieter van den hoogenband entwickelt wurde und neueste technologien mit cooler optik vereint. durch die im alltag zunehmende dynamisierung gewinnen funktionelle ansprüche auch in anderen lebensbereichen immer stärker an bedeutung. urbane sportlooks und streetwear-styles fließen ineinander, vereinen sich zu einem harmonischen funktions-design. jurgens ruyssenaers beschäftigt sich im rahmen der active-kollektion laufend mit verbesserungen und gegenüberstellungen von funktion und style.

wer trends kreiert, ist den anderen immer einen schritt voraus. man könnte auch sagen, es findet eine entfernung zum „normalverbraucher“ statt. muss man als designer, product-manager einer kollektionslinie eigentlich so eine art rebell sein?
nike-designer arbeiten im performance bereich, dabei reicht die produktpalette vom laufsport bis zu urban sports. es handelt sich hierbei um funktionelle produkte für den konsumenten von heute – dadurch verlieren wir die verbindung zum konsumenten nicht. man muss visionär sein, die zukunft und vor allem das gesamtbild sehen. essentiell ist auch ein gutes produktgefühl. man darf aber nicht den geschmack der konsumenten aus den augen verlieren. ein gutes gespür für gesellschaftliche trends ist unerlässlich.

wahrscheinlich musst du auch viel überzeugungsarbeit vor deinen vorgesetzten leisten, um deine produkte zwar als progressiv aber ebenso verkaufbar zu garantieren. wie schwierig ist es eigentlich, individualität und ökonomische gesichtspunkte zu vereinen?
das ziel eines designers in unserem unternehmen ist das entwerfen und entwickeln von performance-produkten. alle produkte sind auf funktionalität ausgelegt. die einzige konstante bei nike ist die veränderung. kreativität entsteht automatisch in einer umgebung, die veränderungen akzeptiert und sogar erwartet. wir arbeiten immer daran grenzen neu zu definieren. ein beispiel dafür ist der „swim swift suit“, der vom holländischen olympiamedaillen-gewinner pieter van den hoogenband getragen wird. dieser anzug verschlang viele jahre an entwicklungsarbeit. eine linie wie „urban sports“ profitiert von dieser forschungsarbeit und ist deshalb weniger zeitaufwendig.

woran denkst du, wenn du neue modeteile entwickelst? an verkaufbarkeit oder bist du ein „bauchmensch“?
mode und schönheit sind natürlich elemente, aber der wirkliche antrieb für mich ist der leistungssport.

wünscht du dir einen bestimmten typ von menschen, der deine entworfenen produkte tragen soll?
unsere mission lautet :„bring innovation and inspiration to every athlete* in the world“ (*if you have a body, you are an athlete). das ist die motivation für unsere täglichen handlungen, was immer wir tun. also in diesem zusammenhang: ja, wir wollen die menschen zur aktivität inspirieren. jene, die bereits aktiv sind und ihre leistungsfähigkeit verbessern wollen, wollen wir mit neuen konzepten und produktinnovationen überraschen.

sportlichkeit, dynamik prägen unsere welt, unsere gesellschaft. das sind sozusagen verbindende eigenschaften auf fast allen kontinenten. wie schafft man es als globale marke überall auf der welt den richtigen modischen geschmacksnerv zu treffen?
unsere gründer bill bowerman und phil knight waren trainer und athleten, die als team zusammengearbeitet haben und als ziel hatten, sportliche resultate zu verbessern. diese zusammenarbeit – das suchen nach neuen trainingsmethoden, das ausprobieren von neuen materialien und hinterfragen von festen gegebenheiten – definierte nike und ist das, was das unternehmen ausmacht. diese inspiration spricht alle an, weil jeder von uns in irgendeiner form von sport und herausforderungen inspiriert wird. das halten wir uns vor augen und bleiben als globale marke durch unsere lokal agierenden designer und produktteams mit den jeweiligen märkten in verbindung.

wie würdest du den ganz besonderen „spirit“ bei nike umschreiben?
unser täglicher antrieb sind innovationen und die kreation von produkten. der spirit und das gemeinsame festigt sich dann durch erfolgsprodukte wie beispielsweise den „swift suit“, mit dem cathy freeman in sydney die goldmedaille gewann, und auf den wir sehr stolz sind. oder auf den „max cat,“ unsere neueste sprint-innovation anlässlich der leichtathletik-wm. dieses modell inspirierte uns dann wieder zur kreation des eher lifestyle-orientierten „street max cat“.
helmut wolf
pool journal