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ein original wird 75
der dunlop-schuh „green flash“ feiert dieses jahr seinen fünfundsiebzigsten geburtstag. grund genug, einen blick zurück zu werfen.
dunlop, diese marke kennt man. sie steht für alle arten von reifen, auch als hersteller von sportgeräten ist dunlop bekannt. die zahl der produkte und lizenzen, die weltweit den namen dunlop tragen, ließe sich noch beliebig weiterführen.
eine zeitreise lässt die ursprünge der erfolgsmarke ergründen. sie beginnt im großbritannien des jahres 1888. asphaltierte straßen sind damals noch unbekannt, man bewegt sich zu dieser zeit auf kopfsteingepflasterten wegen fort. mit wägen und karren, deren steife holzräder jede unebenheit der straße an fahrer und fahrgäste weitergeben. der heutige stoßgedämpfte fahrkomfort liegt für die fuhrmänner, chauffeure und karrenlenker der damaligen zeit in weiter ferne. erschütterungen, schläge und stöße bekam auch ein kleiner junge ungedämpft ab, wenn er mit seinem dreirad seine kindliche welt entdecken wollte. er beklagte bei seinem vater, einem gelernten tierarzt, dass das dreiradfahren so unbequem sei. dieser formte daraufhin aus einer dünnen gummisohle einen schlauch, bedeckte diesen mit einem imprägnierten leinenstreifen und pumpte das ganze ding auf. der luftreifen war erfunden. sein schöpfer hieß john boyd dunlop.
dunlops erfindung sollte schnell die welt erobern. der ungebrochene glaube an fortschritt und technik beflügelte den engländer, bald kam seine erfindung in vielen anwendungsgebieten zum einsatz. waren es zunächst noch dem reifen verwandte produkte, so kam 1929 ein völlig neues produkt unter dem namen dunlop auf den markt. der „green flash“, ein schuh. seinen namen erhielt der sportschuh aufgrund der grünen kerbe, die das hintere ende der sohle zierte. der erste „green flash“ hatte eine seitlich hochgezogene sohle, das obermaterial war leinen. als der legendäre tennisspieler fred perry mit dem „green flash 1955“ an den füßen zwischen 1934 und 1936 drei mal wimbledon-sieger wurde, war der erfolg des schuhmodells nicht mehr aufzuhalten. bis heute wanderte es 25 millionen mal über den ladentisch, in großbritannien wurde der „grüne blitz“ sogar teil der schuluniform. fast „pflicht“ sind die dunlop schuhe auch heute noch für viele modepeople, wenngleich die auswahl heute beachtlich größer geworden ist. zum „green flash“ kamen ebenso legendäre modelle wie der „superstar 100“, der knöchelhohe „super flash flyer“ oder der „front trainer“ hinzu. in zahlreichen re-editions oder limitierten editionen wurde die begehrlichkeit der marke in den letzen jahren noch weiter gesteigert. mit mutigen neuinterpretationen von klassikern hat dunlop bewiesen: geschichte heißt nicht, die asche zu bewahren, sondern die flamme am brennen zu halten. in das gleiche fahrwasser stoßen auch ambitionierte projekte mit künstlern. so wurde beispielsweise der shooting-star unter den deutschen künstlern, jim avignon, mit der künstlerischen neuinterpretation des „green flash“ beauftragt. zuvor hatten schon designer in japan oder england den „green flash“ in einen kunstgegenstand verwandelt. selling over stars oder namedropping will man bei dunlop aber dennoch nicht betreiben, im mittelpunkt steht immer noch das produkt. dass stars wie robbie williams oder die kultband sneaker pimps den dunlop green flash lieben, muss ja schließlich nicht jeder wissen.
anlässlich des 75 jahr jubiläums dürfen sich dunlop-green-flash-fans auf viele exklusive neuinterpretationen des klassikers freuen. doch egal wie ausgeflippt, egal ob aus buntem mesh gefertigt, mit blümchen bestickt oder in vintage-leder gearbeitet. nur optik und null funktion kommt bei dunlop nicht in die tüte. ein gutes fußbett, dämpfung, ausreichende belüftung, ohne diese sportlichen features kommt selbst ein dunlop fashion modell nicht auf den markt. davor bewahrt schon die lange geschichte der „grünen blitze“.
martina müllner
pool journal