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häufig gestellte fragen
was ist dir besonders wichtig?
zeit, ein gutes buch zu lesen; die möglichkeit meinen zazen-meditationen nachzugehen; „wahre“ begegnungen mit menschen zu haben; lernen; teilen; sich sorgen; rücksicht zu nehmen; respekt; intelligenz; gutes, natürliches essen; ach so viel ...
hast du eine zielsetzung?
ja, mir immer einen klaren kopf zu bewahren und die freiheit zu sichern, stets am fortschritt teil zu haben.
deine lieblingsmusik, dein lieblingsbuch?
ich habe da eine sehr exklusive cd-serie mit traditioneller japanischer musik, wie die über 1000 jahre alte, japanische hof- und tanzmusik: gagaku usw. unglaublich schön! wenn du mich nach einer alltime-favorite-cd fragst, würde ich sagen, dass das „heroes“ von david bowie ist. als mein liebstes buch würde ich „shobogenzo“ vom zen-meister dogen zenji bezeichnen. sehr beeindruckend finde ich auch das buch von noreena hertz „the silent takeover. global capitalism and the death of democracy“.
dein bevorzugter modestil?
...so persönlich, wie möglich. manchmal sehr fröhlich und bunt, manchmal ganz schlicht und einfach, oder auch funktionell, solange es halt immer eine gewisse art von stil ausdrückt.
willkommen im fanclub
der „fanclub“ im herzen amsterdams ist etwas ganz besonderes. hier treffen sich regelmäßig menschen, die sich für besondere dinge begeistern. echte fans eben. aber das wäre wahrscheinlich noch zu kurz gegriffen, wollte man die bedeutung dieser kreativ-schnittstelle umschreiben.
als ideen-plattform, shop und galerie nimmt das fanclub-team stimmungen, strömungen, stile unserer zeit auf und bereitet diese für ein interessiertes publikum auf. zumeist sind es junge musiker, maler, fotografen, designer, grafiker oder einfach leute mit einer mission, die hier in der nähe des dam-platzes in amsterdam zusammen kommen und sich gemeinsam über neue themen und visionen austauschen. major-brands wie
adidas, levi’s red oder lee 101 haben hier style-events abgehalten, auch etliche internationale elektronik-künstler, ihren musikalischen spirit verströmt. alle arten von kunst-installationen wurden hier schon aufgebaut, und selbst autos haben in der rund 90 m2 großen galerie ihren platz gefunden. regelmäßig werden hier mode-designer beim ideen-check gesichtet.
mo veld, 36, kreatives herz des fanclubs, umschreibt die ausrichtung so: „hier sollen nicht die lauten und aggressiven kreationen ihren platz finden, sondern vielmehr die feinen, kleinen stile und produkte, die mit dem konsumenten in kontakt treten wollen.“

liebe mo, was inspiriert dich?
einfach anders zu denken. die kraft, die leute für ihre visionen und ideen aufbringen, und sich diese im denken und empfinden der gesellschaft manifestieren. wir menschen haben eine revolutionäre natur, aber gleichzeitig versinken wir im treibsand aus reichtum und bequemlichkeit. vieles bleibt uns dennoch unerreicht und gerade diese unbewussten dinge „hinter unseren gedanken“ sind es, die uns soviel inspiration und wissen geben. hier schweben die wahren luftblasen unseres lebens.

deine lebensphilosophie?
ich bin praktizierende zen-buddhistin, und da gibt es keine fixe formel für das leben. man findet keine worte für eine gewisse lebensphilosophie. das, was mein bewusstsein bestimmt, erfahre ich zumeist bei der zazen-meditation, also im „normalzustand von körper und geist“. als ich in kuba war und fast 10 tage zazen-meditiert habe - natürlich in kombination mit lokalem rum, zigarren, palmen und lebensfrohen menschen – habe ich viel über mich erfahren! sich leistungsfähig, wach und frei zu fühlen bedarf oft nur kleiner wege. diese führen aber letztendlich zu unserer großen erfüllung.

was würdest du sofort ändern, wenn du es könntest?
die tatsache, dass ich rauche. die kraft der sucht macht mir irgendwie angst.

welche musik hörst du untertags? magst du auch die stille?
ja, ich liebe die stille. ich höre auch gerne den vögeln und grillen zu. ich mag aber genauso gerne experimentelle elektronik und traditionelle japanische musik, vor allem in der nacht zum chill-out. was ich noch gerne höre ist die ganze bandbreite rund um soul, jazz, disco funk und hiphop. als teenager habe ich mir viel david bowie reingezogen. du siehst, ich mag sehr viele unterschiedliche musikstile. am meisten aber inspirieren mich die lebenskünste.

was verbindest du mit dem begriff „lifestyle“?
das ist für mich mehr ein verkaufsausdruck im marketing für irgendeine produkt-selektion, wo in irgendwelchen magazinen etwas zum trend gemacht werden soll. das hat aber weniger mit dem tatsächlichen lebens-stil zu tun. wir sind heute von unserem ursprünglichen lebensstil abgetrennt, genauso wie wir auch vom zugang zur natur getrennt wurden. interessant ist der mechanismus hinter diesem begriff: also ein ersatz oder hinweis auf etwas reales, das du zwar kaufen, verwenden, herzeigen kannst, das aber nicht als dein eigener stil gilt. so geschieht eben, dass sich viele leute unter verwendung eines gewissen systems, einen lebensstil zusammenbauen und aneignen. ein beispiel: ich beschliesse jetzt, ich werde skateboarder, aber erst wenn ich all das kaufe, was die skate-magazine mir als den richtigen lifestyle vorgeben, bin ich echt. klar, das klingt für einen skater zwar sehr beleidigend, aber genauso läuft es eben in unserer heutigen zeit. du findest sehr schwer leute mit ihrem eigenen, echten lebensstil, die frei von all diesen manipulationen sind und in sich eine neue realität, eine neue wahrheit entwickeln. ich denke aber, da wird sich in der nächsten zeit sehr viel ändern. der verbraucher und mensch möchte sich in einer gewissen weise von all diesen zwängen befreien. erkennbar ist das bereits an der punkigen anti-haltung vieler jugendlicher, die das bedürfnis verspüren, sich von all den vorgebenen dingen zu trennen und ihren eigenen weg zu gehen.
helmut wolf
pool journal